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Eins
Ich heiße Eva, das bedeutet Leben, wie in einem Buch zu lesen war, in dem meine Mutter nach einem Namen für mich suchte. Ich wurde geboren im hintersten Zimmer eines düsteren Hauses und wuchs auf zwischen alten Möbeln, lateinischen Büchern und menschlichen Mumien, aber das alles konnte mich nicht schwermütig machen, denn ich kam zur Welt mit einem Hauch Urwald in der Erinnerung. Mein Vater, ein Indio mit gelben Augen, war an jenem Ort zu Hause, wo hundert Flüsse zusammenfließen, er roch nach Wald und blickte nie hinauf in den Himmel, denn er war unter der Kuppel der Bäume groß geworden, und das Licht dünkte ihn schamlos. Consuelo, meine Mutter, verbrachte ihre Kindheit in einer verzauberten Region, wo Abenteurer durch die Jahrhunderte hin die Stadt aus purem Gold gesucht hatten - die Konquistadoren hatten sie erblickt, als sie sich über die Abgründe ihrer eigenen Gier gebeugt hatten. Sie war von der Landschaft geprägt, und es gelang ihr, dieses Prägemal auf mich zu übertragen.
Die Missionare lasen sie auf, als sie noch nicht laufen konnte, ein nacktes Tierchen, mit Dreck und Kot besudelt, das über die Anlegestelle kroch wie ein winziger Jonas, den ein Süßwasserwal ausgespien hatte. Als sie es badeten, entdeckten sie, daß dies zweifellos ein Mädchen war, was sie in einige Verwirrung gestürzt haben muß, aber nun war es einmal da, und es in den Fluß zu werfen ging nicht an, also wickelten sie es in eine Windel, um seine Blöße zu bedecken, träufelten ihm Zitronensaft in die eitrig verklebten Augen, um die Infektion zu heilen, und tauften es auf den ersten weiblichen Namen, der ihnen einfiel. Sie nahmen sich seiner Erziehung ohne viel Aufhebens an und suchten nicht lange nach Erklärungen
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