Bővebb ismertető
Vorwort
Karl-Christoph Epting ist der Theologischen Fakultát der Universitát Leipzig in besonderer Weise verbunden, und die Fakultat ihm ebenso. Diese Verbun-denheit hat mehrere Dimensionen, die allesamt bezogen sind auf das Thema „Diaspora", auf die Analyse und theologische Reflexion der Existenz protes-tantischer Minderheiten also.
Als Honorarprofessor hat Karl-Christoph Epting in den letzten Jahren eine Reihe von Lehrveranstaltungen gehalten, die das Studium protestantischer Minderheitenexistenz im transnationalen und ökumenischen Kontext fest im Lehrprogramm der Fakultát verankert habén. Besucht werden diese Veranstal-tungen nicht nur von deutschen, sondern auch von auslándischen Studieren-den, die sich im Rahmen eines Erasmus-Austausches oder finanziert durch ein Stipendium des Gustav-Adolf-Werkes in Leipzig aufhalten.
Als Vorstand des eng mit der Theologischen Fakultát und dem Gustav-Adolf-Werk verbundenen Vereins für Diasporawissenschafit hat Karl-Christoph Epting die Diasporathematik institutionell an der Fakultát verankert, auch wenn ein „Institut fur Diasporawissenschafit" einstweilen eine Vision bleiben muss, an der zu arbeiten sein wird. Der Verein ist die Brücke fur Kontakté zu anderen Theologischen Fakultáten und fur künftige gemeinsame Vorhaben.
Diese Aktivitáten spiegeln das wider, was auch in den hier versammelten Arbeiten Karl-Christoph Eptings einen Schwerpunkt bildet und was darum aus der Sicht der Theologischen Fakultát Leipzig besonders betont werden muss: das Interesse an der Fortentwicklung der Ausbildung von Theologinnen und Theologen aus der Diaspora, für die Diaspora und in Reflexion auf die Diaspora.
„Diaspora" schien lange Zeit kein oder ein durch deutschnationale Verein-nahmungen beschwertes theologisches und kirchliches Thema zu sein. Unter den Bedingungen des seit 1989 wieder zusammenwachsenden Europas hat sich das grundlegend geándert, da evangelische Minderheitenkirchen in neuer Weise miteinander in Verbindung treten und ihre Stellung in der Gesellschaft als Diaspora neu definieren konnten. Minderheit zu sein in einer auf Plura-litát hin angelegten Gesellschaft ist etwas anderes als Minderheit unter einer Parteidiktatur zu sein. Die damit verbundenen Denkprozesse soll die aktuelle Rede von Diaspora theologisch begleiten. Theologie der Diaspora ist insofern