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Vorwort
Fachleute aus den Verlagen wissen es schon lange: Neue Schulbücher lassen sich besser einführen, wenn gleichzeitig ein Begleitbuch für den Lehrer vorliegt. Kein neues Schulbuch ohne ein Lehrerhandbuch mit Ergänzungen und Erläuterungen, mit Arbeitsanleitungen und Vermittlungshilfen!
Die Katechismuskommission kann sich dieser Erfahrungsweisheit nicht verschließen. Zwar hatte sie Grund zur Annahme: In der Evangelischen Kirche ist immer noch ein großer Erfahrungsschatz im Umgang mit Katechismen vorhanden. In einer Kirche, die so viel Zeit und Mühe für Unterricht und Erziehung aufwendet, finden sich auch Menschen mit didaktischem Sachverstand, mit methodischem Können und mit unterrichtlicher Phantasie. Man lege den „neuen Katechismus" diesen Menschen in die Hand - zumal sie schon lange gespannt auf ihn warten! - und sie werden ihn auch zu gebrauchen verstehen!
Indes: Zwei Erfahrungen machten den Herausgebern deutlich, daß sie ihre Verantwortung für den rechten Gebrauch des neuen Glaubensbuches damit noch nicht losgeworden sind. Die eine: Der ,,Evangelische Erwachsenenkatechismus" (EEK) nahm, je länger je mehr, Ausmaße an, an die ursprünglich nie gedacht war. Hinterher jedoch verständlich genug! Wie aber sollen diejenigen mit einem über 1300 Seiten langen „Super-Katechismus" umgehen, die bis Jetzt an Dimensionen von Luthers ,,Kleinem Katechismus" oder von an ihn angelehnten Konfirmandenbüchern gewöhnt waren? (Selbst der erste neuartige Katechismus, der „Holländische", mißt „nur" 556 Textseiten). Dieser ungewöhnliche Umfang stellt auch ungewöhnliche Anforderungen an die, die praktisch mit ihm umgehen und arbeiten wollen. Wie soll das leserisch bewältigt werden? Wie soll dieses Material im Unterricht ausgeschöpft werden? Haben die Herausgeber nicht daran gedacht, daß mit dem anschwellenden Umfang auch die unterrichtlichen Schwierigkeiten wachsen?
Gewiß haben sie es! Sie haben sich auch darüber viele Gedanken gemacht und sich auf dem jahrelangen Weg der Entwicklung manches einfallen lassen, bis der Katechismus diese Gestalt angenommen hatte. Nun zeigte sich aber beim Erprobungsverfahren 1973/74 (vgl. EEK, S. 42 f.), daß gerade die didaktische Konzeption für viele Gruppen und ihre Leiter, aber auch für die Einzelleser, zu wenig transparent war. Die verschiedenartigen didaktischen und methodischen Signale waren versteckt und wurden darum kaum verstanden und ausgewertet. Die Berichte der Gruppenleiter zeigten, daß vielfach an den Hinweisen der Herausgeber vorbeioperiert worden war.
Diese Entdeckung kam noch zur rechten Stunde. Auch sie war hinterher nur zu gut zu verstehen! Zwar spricht heute alles von Gruppendynamik und Gruppenarbeit, von neuen Methoden der Erwachsenenbildung usw . . . Aber die Praxis selbst ist immer noch allzu oft enttäuschend. Für viele ist sie eben doch Neuland. Und ehrlich gestanden: Viele in der Erwachsenenbildung Tätige haben einfach auch zu wenig Zeit, um sich intensiv in dieses Neuland einzuarbeiten.