Bővebb ismertető
István Monok
Generaldirektor der Ungarischen Nationalbibliothek Széchényi
Geleitwort zur Schriftenreihe
Es wird vielfach die Frage gestellt, ob es nicht anachronistisch sei, zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine neue Schriftenreihe für die Quellenpublikationen ins Leben zu rufen.? Sicher denken viele, dass dem so sei. Um eine größere Menge von Quellen, Verzeichnissen und Katalogen publik zu machen, bietet das Internet ganz ausgezeichnete und schnelle Möglichkeiten. Uber die Archivierung von digitalisiertem Material wurde bereits viel gesprochen, und wir sind nach bestem Wissen und in bester Absicht bestrebt, die elektronisch erschlossenen Informationen in irgendeiner Form auch für die nächsten Generationen zu erhalten.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schickten die einzelnen Länder ganze Delegationen von Archivaren und Bibliothekaren an die größeren Archive und Bibliotheken, mit dem Ziel, über die ihre Nationen bzw. ihre Länder betreffenden Dokumente Verzeichnisse anzulegen und diese in Schriftenreihen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die positivistischen Historikergenerationen ließen später diese Dokumente mit kürzeren oder längeren Erläuterungen tatsächlich veröffendichen. Ungarn erfuhr in dieser Zeit, d.h. nach dem Ausgleich mit dem Haus Habsburg (1867), einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Gründerzeit - diesen Ausdruck verwenden wir auch im Ungarischen zur Bezeichnung dieser Epoche. Für wissenschaftliche Forschungsarbeit wird zu Zeiten des Kapitalaufbaus in der Regel kein Geld aufgewendet, ist doch erst eine der späteren Generationen der reich werdenden Familien bereit, „unnütze" Sachen zu fordern. In solchen Zeiten ist auch der Staat immer arm, folglich stehen ihm auch keine Mittel für wissenschaftliche Ziele zur Verfugung. Die positivistische historiographische Periode in Ungarn brachte also nicht mehrere hundert Meter an Dokumentationen hervor: wir müssen uns mit einigen wenigen Metern zufriedengeben. Die Forschungsarbeiten in den verschiedenen kulturellen Zentren Europas - so auch in München - wurden ausschließlich von wenigen fleißigen und beherzten Gelehrten ausgeführt. Das erschlossene Quellenmaterial wurde von Fachzeitschriften in Verzeichnissen zusammengefasst, dabei kam es selten vor, dass die Dokumente einzeln detailliert ausgewertet oder gar photomechanisch kopiert wurden.
Als späte Nachfahren haben wir in Ungarn das Klebersberg-Stipendium gestiftet mit dem Ziel, die seit anderthalb Jahrhunderten unverrichtete Arbeit fortzuführen.
Die Széchényi Nationalbibliothek hat nun mehrere Schriftenreihen ins Leben gerufen oder finanziell unterstützt, um auf diese Weise von dem in Wien, Rom, München, Halle, Beriin, Wolfenbüttel, Göttingen, Paris und an anderen Orten aufbewahrten kulturellen