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VORWORT
Dogmatik und Exegese sind seit der Hochsdiolastik immer mehr auseinander- und in diesem Jahrhundert aneinandergeraten. Die eigentlich Leidtragenden daran sind die jungen Theologen und in der Konsequenz davon die Hörer der Predigten. Aber das Tabu ist nun durdibrodien, und von beiden Seiten wird an der notwendigen Brücke gebaut. Sie ist noch nicht vollendet; dieser Sammelband gibt einen Begriff davon, wie weit die Arbeiten vorangeschritten sind. Offenkundig ist, daß auch die Dogmatik eine noch lebendige Wissenschaft ist und ihre Exponenten nidit jene Unfehlbarkeit genießen, die der Kirche als Kirdie und ihrem Lehramt zukommt, und daß die Exegese in ihrer in diesem Jahrhundert so veränderten Gestalt noch nach ihrem Selbstverständnis sucht. So weist dieser Band die beiden großen Arbeitskreise auf: die Erwägung des Grundsätzlichen, des Wissenschaftscharakters von Exegese und Dogmatik, der Wesensbestimmung Biblisdier Theologie einerseits und das immense Feld der Einzelfragen - hier in einigen evidenten Beispielen vorgestellt -, in denen Exegese und Dogmatik aufeinander hören müssen, anderseits. Dem Matthias-Grünewald-Verlag kommt das Verdienst zu, an eine auswählende Publikation gedacht zu haben, in der vieles, was in Fadizeitsdirif-ten begraben war, einem größeren Leserkreis zugänglich gemacht werden sollte. Wir freuen uns sehr, darüber hinaus auch Erstveröffentlichungen und Neubearbeitungen bieten zu können. Die Eigenart eines Sammelbandes ist symbolisdi für das, was zwisdien Exegese und Dogmatik vor sidi geht: Vieles steht nodi unverbun-den nebeneinander. Aber das Gespräch ist eröffnet, und unser Wollen mit diesem Sammelwerk berührt sich an einer Stelle entsdiei-dend mit der Zielsetzung des II. Vatikanischen Konzils: Die Kirdie muß - wie es Johannes XXIII. in Wort und Tat zu verwirklichen sudit - im Geist der offenen Ehrlichkeit, der Liebe und Brüderlidi-keit erneuert werden, um ihrer eigenen Glieder und um des gefor-