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DIE NACHTIGALL UND DIE LERCHED ie Nachtigall sang einst mit vieler Kunst,Ihr Lied erwarb der ganzen Gegend Gunst;Die Blätter in den Gipfeln schwiegenUnd fühlten ein geheim Vergnügen.Der Vögel Chor vergaß der RuhUnd hörte Philomelen zu.Aurora selbst verzog am Horizonte,Weil sie die Sängerin nicht gnug bewundern konnte.Denn auch die Götter rührt der SchallDer angenehmen Nachtigall;Und ihr, der Göttin, ihr zu EhrenLieß Philomele sich noch zweimal schöner hören.Sie schweigt darauf. Die Lerche naht sich ihrUnd spricht: Du singst viel reizender als wir,Dir wird mit Recht der Vorzug zugesprochen;Doch eins gefällt uns nicht an dir,Du singst das ganze Jahr nicht mehr als wenig Wodien."Doch Philomele lacht und spricht: Dein bittrer Vorwurf kränkt mich nicht Und wird mir ewig Ehre bringen. Ich singe kurze Zeit. Warum? Um schön zu singen. Ich folg im Singen der Natur; Solange sie gebeut, solange sing ich nur. Sobald sie nicht gebeut, so hör ich auf zu singen; Denn die Natur läßt sich nicht zwingen."O Dichter, denkt an Philomelen, Singt nicht, solang ihr singen wollt.7