Bővebb ismertető
Eine geschlossene Der>>Spiegel« ist A » i« ein Presseorgan in einem rot umrandeten Umschlag, das wöAnStalt chentlich erscheint, pro Nummer 1.50 DM (1967) kostet, dessen Auflage sich der Million stetig nähert und das sich seit Mai 1949 im Untertitel DAS DEUTSCHE NACHRICHTENMAGAZIN nennt. Er besteht aus einer »Auswahl aus den Nachrichten einer Woche, die in festliegenden Spalten geordnet, anonym und uniform gestaltet, reichlich illustriert, durch einen eigenwilligen Stil erzählend dargeboten, im Zusammenhang und vor einem Hintergrund geschildert und mit einer besonderen Zuspitzung und Voranstellung ihres menschlichen und persönlichen Elements in meist kritischer Interpretation dargestellt werden«. Das schreibt der Doktorand Hans Uwe Magnus zwar über TIME in seiner Dissertation, Berlin 1962, aber es kann wörtlich für das Herstellungsrezept des SPIEGEL gelten. Des zum Beweis einige Äußerungen aus dem SPIEGEL. »Der SPIEGEL ist ein Nachrichten-(Neuigkeiten-)Magazin. Darum muß der SPIEGEL 1. aktuell sein, 2. einen hohen Nachrichten-(Neuigkeits-)Gehalt haben... 3. interessant sein, das heißt: a) ..b) er muß diese (aktuellen) Vorgänge so darstellen, daß (der) normale Laien-Leser gefesselt ist und den Bericht mit Vergnügen und ohne Mühe zu Ende liest...« »Die Form, in der der SPIEGEL seinen Nachrichten-(Neuigkeits-)Gehalt interessant an den Leser heranträgt, ist die Story. Damit ist gemeint, daß der Bericht über ein aktuelles Geschehen in Aktion (Handlung) umgesetzt werden sollte ... Nichts interessiert den Menschen so sehr wie der Mensch...« (1949) »Er hat nicht Platz, spaltenlang die Milch frommer Denkungsart zu verspritzen, er wollte keine Gemeinplätze und keine unverbindlichen Phrasen. Er wollte hart an die Tatsachen herangehen und zeigen, was ist. Er wollte >das Kind beim Namen nennen, wenn auch nur bei dem Vornamen< ... Er war der Meinung, daß Information Erziehung bedeute ...« (1954) »Die gewisse aufklärerische Tendenz< ist der SPIEGEL-Redaktion eingeboren, ihre geistige Verfassung ist nun einmal >platt rationalistisch^ ihr Hervorbringen ein technisch-fabrikatorisches Wortsetzen und Artikelmachen.« (1961) »Wir fahren umher, wir laufen umher, wir sprechen mit Ministern, mit Staatssekretären, mit anderen Beamten. Wir sprechen nicht zuletzt mit Parlamentariern. Und außerdem haben wir bestimmte Informationsquellen, da machen wir Teamarbeit. Der eine Kollege hat in der einen Himmelsrichtung seine Bekannten, und der andere hat seine Bekannten in der anderen Himmelsrichtung, und zusammen ergibt es dann jeweils eine Geschichte, die von uns am Schreibtisch mit dem Federhalter in der Hand erstellt wird.« (1962) Und endlich: »Ich (Rudolf Augstein) vermag überhaupt nicht einzusehen, warum eine Zeitung eine weltanschauliche Grundlage haben soll.« (1966) Die Stellung, die der SPIEGEL im öffentlichen Bewußtsein der Bundesrepublik Deutschland jahrelang einnahm, findet in diesen Aussagen zum Selbstverständnis des SPIEGEL keine hinreichende Stütze.