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Die Flinte
Es war einige Tage vor Ostern im Jahre 1837. Erstes Grün schimmerte auf den Hügeln der Thüringer Landes.
Vom Turm der Renthendorfer Kirche schlug die Uhr die Mittagsstunde.
Der letzte Ton war kaum verklungen, als die niedere Tür der unweit gelegenen Schule aufsprang. Ein Schwärm von Mädeln und Jungen stürzte mit lautem Schreien und Jubeln heraus, die letzte Schulstunde war beendet. Zwei Wochen Ferien lagen vor den Kindern.
Ein stämmiger Junge trennte sich nach etwa hundert Metern von dem großen Trupp und lief den schmalen Weg empor, der zum Pfarrhaus führte. Hinter ihm verklang das Rufen und Lachen der Schulkameraden.
Das Pfarrhaus war ein behäbiges Gebäude in halber Höhe des kleinen Berges, auf dessen Kuppe die Kirche sich erhob.
Der Junge nahm die wenigen Stufen des Seiteneinganges mit zwei hastigen Sprüngen. Gleich darauf stand er in der Küche, wo seine Mutter mit der Magd letzte Vorbereitungen für das Mittagessen traf.
Die Frau Pastorin, eine zierliche, noch junge Frau, wandte sich freundlich ihrem Ältesten zu: „Wie ist das Zeugnis, Alfred? Kann der Vater zufrieden sein, wenn er heute abend zurückkommt?"
Sie las aufmerksam und nickte. „Schön, Alfred", sagte sie und streichelte ihn.
Zärtlichkeiten waren sehen im Renthendorfer Pfarrhaus, deshalb fragte Alfred, mehr um seiner Verlegenheit Herr zu werden als aus Neugier: „Der Herr Vater kommt schon heute?"
„Ja, er ist früher fertig geworden und will morgen noch an seiner Predigt für den Karfreitag arbeiten. Der Apotheker aus Stadtroda,