Bővebb ismertető
Vorwort
Der Titel „Faktorenanalyse und Variablenbildung aus dem Elektroenzephalogramm" könnte zu Mißverständnissen führen, wenn er nicht präzise gelesen wird. Er soll besagen, daß die Begriffe Faktorenanalyse und Variablenbildung nebeneinander — man könnte sagen, zunächst unabhängig voneinander — gesehen werden. Dieses Buch liefert Beiträge, die zeigen sollen, ob und inwieweit die Faktorenanalyse ein Mittel ist, um zur Definition und zur Schätzung von EEG-Zielvariablen zu gelangen. Die Faktorenanalyse wird hier als Methode benutzt, um die Struktur von Meßvektoren — das sind z. B. die Größen, die aus der EEG-Zeitreihe mit Hilfe der Powerspektralanalyse geschätzt werden — zu betrachten. Insofern ist sie ein multi-variates statistisches Verfahren zur Darstellung beobachteter Größen durch Linearkombinationen aus hypothetischen Faktoren.
Neben der Strukturanalyse wird die Faktorenanalyse auch benutzt, um eine plausible Transformation der Meßvektoren in Einheiten eines abstrakten Faktorenraumes vorzunehmen. Diese Projektion der Meßvektoren führt ebenfalls zu einer Informationsreduktion und zu Zielvariablen, mit denen Ergebnisse dargestellt werden können.
Im einen Falle wird die Faktorenanalyse benutzt, um die Struktur von Meßvektoren aufzudecken, im anderen Falle, um Variablen aus einer gegebenen Population von Meßvektoren zu schätzen.
Die Variablen aus dem Elektroenzephalogramm, die wir auch Zielvariablen nennen, sind heute gebräuchlicherweise EEG-Frequenzbänder. Diese haben sich aus klinischer Konvention entwickelt. Die klinische Konvention der Einteilung der Frequenzbänder hat natürlich die Intention gehabt, sinnvolle Abgrenzungen zu finden. Dahinter steht selbst-
verständlich auch die Vorstellung, daß Alpha- oder Beta- oder Thetawellen Verschiedenes ausdrücken können, so daß es also klinische Relevanz hat, wenn sich ein normales Alpha-EEG zunehmend mit langsamen Wellen unter-oder mit schnellen Wellen überlagert. Hinter der Vorstellung von unterschiedlichen Frequenzbereichen, unterschiedlichen Wellen im EEG, steht die Hypothese von unterschiedlichen Generatoren etwa des Alpha- oder Beta-Bereiches.
Die Faktorenanalyse ist kein Instrument, um in einer Menge von Meßvektoren unterschiedliche Ursachenprinzipien oder Generatoren aufzudecken. Betrachtet man aber die Menge der benutzten Meßvektoren als ein System von empirischen Gegebenheiten, so kann die Faktorenanalyse sehr wohl Anlaß geben, über deren Ursachen oder ihr Prinzip nachzudenken. Dabei muß man sehr genau betrachten, um welche Populationen es sich handelt, um welche EEG-Ableitungen, um welche Parame-trisierungsverfahren und wie die situativen Faktoren während der Versuchsdurchführung waren.
Neben der Faktorenanalyse werden in diesem Buch auch andere multivariate Verfahren dargestellt, mit denen Strukturmerkmale zwischen Meßvektoren aufgezeigt werden können, wie z. B. die Cluster-Analyse. Die Cluster-Analyse ist ein Verfahren, mit dem man die Gruppier-barkeit von Parametern zeigen kann, während mit der Faktorenanalyse von empirischen Gegebenheiten auf ihre Ursachen oder ihr Prinzip geschlossen werden soll. Doch sind beide Verfahren grundsätzlich geeignet. Aussagen über die Struktur zu machen. Wichtig ist allerdings, daß die Faktorenanalyse und die Cluster-Analyse von unterschiedlicher Metrik ausgehen, so daß auch unterschiedliche Aussagen erwartet werden können.
Wenn die Faktorenanalyse dazu benutzt wird, die klinische Frequenz-
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