Bővebb ismertető
Bei einem flüchtigen Vergleich einer Fangheuschrecke (Mantide) mit einer Schabe (Blattide) würde man es kaum für möglich halten, daß diese beiden Insektenordnungen stammesgeschichtlich sehr nahe miteinander verwandt sind. Der meist sehr schlanke Körper der durchweg räuberischen Fangheuschrecken, ihre kräftigen, beißenden Mundteile, der allseits frei bewegliche Kopf mit den großen, halbkugelig oder sogar kegelförmig vorragenden Augen, die langgestreckte, ebenfalls weitgehend bewegliche Vorderbrust (Prothorax) und die zu Fangbeinen umgestalteten Vorderbeine scheinen den entsprechenden Körperteilen der Schaben so unähnlich, daß man wirklich zunächst an keine unmittelbare Verwandtschaft denken würde. Doch dieser erste Eindruck trügt. Eine nähere Betrachtung zeigt nämlich, daß beide Ordnungen die gleichen großen, einander genäherten Beinhüften (Coxen) haben; daß hier wie dort die Genitalanhänge des Weibchens (Gonapophysen) rudimentär sind und in einer Einsenkung des Hinterleibsendes liegen; daß die Füße (Tarsen) beider Ordnungen fast ausnahmslos fünfgliederig, die Hinterflügel im Analteil fächerförmig faltbar und die stets gut erhaltenen Cerci gegliedert sind. Dazu kommt noch eine beiden Ordnungen gemeinsame biologische Eigentümlichkeit, nämlich die Ablage der Eier in großen Paketen, die ihnen auch den Sammelnamen Oothecaria eingetragen hat. Diese und andere Besonderheiten beweisen eindeutig die nahe stammesgeschichtliche Verwandtschaft der beiden Ordnungen, deren gemeinsame Wurzel zweifellos die paläozoischen Protoblattoideen sind.
Noch in der warmen Tertiärzeit viel weiter verbreitet — im baltischen Bernstein gefundene Einschlüsse beweisen das —, sind die Fangheuschrecken gegenwärtig fast ausschließhch auf die tropischen und subtropischen Zonen zwischen den beiden Wendeln q