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Berta Sarne - Farbiges Wien [antikvár]
 
VI ¦" J ¦: ' in II' ' ttWflit' Einführung Die Stadt im Herzen Europas - dieser einzigartigen Lage verdankt Wien seinen nun fast zweitausendjährigen kontinuierlichen Bestand. Besiedelt war dieser Platz um den Schnittpunkt bedeutender kontinentaler Wege nach allen Richtungen der Windrose schon seit Jahrtausenden. Nach einem prähistorischen Vorspiel in spätsteinzeitlichen Perioden und nach Einwanderung und Seßhaftwerden verschiedener aufeinanderfolgender Stämme - als letzter jener der Kelten - drangen im Jahre 16 v. Chr. die Römer...
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VI ¦" J ¦: ' in II' ' ttWflit' Einführung Die Stadt im Herzen Europas - dieser einzigartigen Lage verdankt Wien seinen nun fast zweitausendjährigen kontinuierlichen Bestand. Besiedelt war dieser Platz um den Schnittpunkt bedeutender kontinentaler Wege nach allen Richtungen der Windrose schon seit Jahrtausenden. Nach einem prähistorischen Vorspiel in spätsteinzeitlichen Perioden und nach Einwanderung und Seßhaftwerden verschiedener aufeinanderfolgender Stämme - als letzter jener der Kelten - drangen im Jahre 16 v. Chr. die Römer mit ihren Legionen in das keltische Noricum und besetzten im Zuge des Donau-Limes das strategisch so günstig gelegene Wiener Becken. Sie blieben 400 Jahre. Zuerst gründeten sie das feste Lager Carnuntum und bauten gegen Ende des l. Jahrhunderts das Kastell (= Castrum) Vindobona (der Name wurde aus dem Keltischen übernommen), in das im Jahre 115 die X. Legion einzog, die den Stier im Wappen führte und bis zum Untergang des Weströmischen Reiches als friedliche Besatzung hier stationiert war. In Vindobona verstarb im Jahre 180 der edle Kaiser Marcus Aurelius, Feldherr und Philosoph, wohl der ethisch wertvollste unter den römischen Imperatoren, der im Feldlager der Markomannenkriege seine ergreifenden Selbstbetrachtungen schrieb. Das römische Castrum hatte ungefähr Rechteckform und war mit einer drei Meter starken Mauer umgeben. Der Verlauf dieser Umwallung ist im heutigen Stadtbild noch wahrzunehmen: Tiefer Graben, Naglergasse (wo eine Mauerkrümmung der Ecke des Castrums entspricht). Graben, Kramergasse, Rotgasse und südlich des Salzgries, am Steilhang über dem Donauarm, um St. Ruprecht und Maria am Gestade. Das Zentrum des Castrums befand sich in der Nähe des Hohen Marktes. Die Zivilstadt mit den Einheimischen und später den Veteranen lag in der Gegend um den heutigen Rennweg. Für die Geschichte Wiens sind die römischen Jahrhunderte bedeutsam, weil sich die mittelalterliche Stadt im Schutze der Lagermauern entwik-kelte. Wien hatte in den folgenden Jahrhunderten nur schwache Überlebenschancen; die Ruinen des Castrums waren zur Fluchtburg geworden. Der Ansturm der Völker aus dem Osten wollte kein Ende finden. 791 führte Karl der Große seine Heeresmassen vernichtend gegen die Awaren; 881 wurde bei „Wenia" den Magyaren eine Schlacht geliefert, wie eine Urkunde mit erster Nennung Wiens berichtet. 955 wurden die Ungarn am Lechfeld von Otto dem Großen besiegt. Von da an gab es eine „Ostmark"; sie wurde 976 dem Grafen Luitpold aus dem Geschlecht der fränkischen Babenberger verliehen, das bis 1246 die Ostmark (seit 996 „Ostarichi" = Österreich) regierte. 1137 wird Wien erstmals als „civitas" - Stadt - genannt, und 1155 wird es unter Herzog Heinrich II. Jasomirgott - nach Aufgeben ihres ersten Sitzes am Leopoldsberg - Residenz der Babenberger, die ihre Hofhaltung auf dem heutigen Platz Am Hof errichteten. Wien wurde zur bedeutendsten Stadt im deutschen Südosten; es wurde Durchzugsgebiet für Pilger ins Heilige Land, für die Heinrich II. das Schottenkloster gründete. Die Vorstädte und Vororte begannen sich auszudehnen und werden immer häufiger urkundlich erwähnt. Im Kirchenbau weiß man von Gotteshäusern, die um die Mitte des 12. Jahrhunderts in Wien innerhalb der Mauern standen: die Ruprechtskirche, die Peterskirche und Maria am Gestade. Unter Leopold VI. erhielt Wien 1221 das Stadt- und Stapelrecht, wodurch es sich zu einer der blühendsten Handelsstädte entwickelte. Zu Ende der Babenbergerzeit hatte Wien nach mehrfachen Veränderungen der Stadtbefestigungen innerhalb seiner Mauern eine Ausdehnung erreicht, die im wesentlichen der von 1857 entsprach; doch ergab sich aus der großen Wohndichte ein sehr enges Straßennetz mit mehrstöckigen Häusern, die nachträglich oft durch Kellergeschosse untergraben wurden. Unter den kunstliebenden Babenbergern war Wien zu einer berühmten Musenstätte geworden, an der sich auch Walther von der Vogelweide, als einer der bedeutendsten

Termékadatok

Cím: Farbiges Wien [antikvár]
Szerző: Berta Sarne
Kiadó: Verlag Anton Schroll & Co
Kötés: Varrott keménykötés
ISBN: 3703105151
Méret: 220 mm x 240 mm
Berta Sarne művei
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