Bővebb ismertető
Wie ihn unsere Fotos zeigen, so ist er. Kein Magier der Szene, kein Betörer, kein Prophet schaut uns an. Kein tyrannischer Regie-Gott erhebt seine Stimme, beschwört die Dämonen und schwingt sich im Zustand höchster künstlerischer Ekstase zum Herrn über Bühne, Parkett und Ränge auf. Vor uns ersteht das Bild eines Mannes, der, das Theater mit Eros, Mimus und Maske glühend liebend, mit Sängern, Musikern und Bühnentechnikern arbeitet. Und wie er arbeitet, wollen wir zeigen. Wenn diese Bilder von den Proben jüngster Inszenierungen seiner Komischen Oper etwas erkennen lassen, dann dies: daß Walter Felsensteins Wirken fürs Musiktheater nicht allein einer unsagbaren Lust am Theater entspringt und daß sich dahinter der Prozeß leidenschaftlichen Suchens und Ringens nach dem Wahren, Endgültigen verbirgt. Felsenstein interpretiert, deutet nicht. Ja, er ist im Grunde mißtrauisch gegen alles, was man üblicherweise unter der Funktion des Regisseurs versteht. Er geht als Mann seines Musiktheaters (und nur von ihm soll hier die Rede sein) einen anderen Weg. Nicht inszenato-rische Zauberei, die darauf hinausläuft, selbst dem Firlefanz noch menschliche Tiefe und Größe abzugewinnen, wird angestrebt; weder individuelle Sicht noch das Vorzeigen intellektueller Nuancen; weder üppiges Dekor und Kostüm noch Abstraktion aus Prinzip: Das Kunstwerk, wie es war und ist, in seinem Urzustand, bildet das Ziel. Brillanz, seelischer Aufruhr, überquellende Heiterkeit, Rausch des Eros und vieles mehr läßt Felsenstein nur als Affekte der ursprünglichen Werk-Idee gelten. Ihren Sinn zu erkennen, den Sängern mitzuteilen und dem Publikum ins Bewußtsein zu rufen - das ist primäres Anliegen. Es wird nichts vorgetäuscht, gemogelt. Es wird nichts hineingeheim-nist. Es wird das (historisch-gesellschaftlich) Richtige erspürt; und es ist gewiß kein Auf-Nummer-sicher-Gehen, zielt vielmehr in jedem Detail auf Realisierung der wahren Kunstabsichten des Werkes. Das kann nicht Ergebnis schöpferischer Improvisation, sondern intensiven