Bővebb ismertető
Vorwort
Habent sua fata libelli. Dieser bekannte Spruch gilt auch für dieses Buch, d.h. für die Edition des Ferec ba^d e§-§idde (Freud nach Leid). Hinter diesem Titel verbirgt sich eine Sammlung von Geschichten, die ohne Zweifel ein Prachtstück der altanatolisch-türkischen/altosmanischen Über-setzungsliteratur ist.
Die ältesten heute bekannten Handschriften dieses aus dem Persischen übersetzten Prosawerkes stammen aus dem 15. Jahrhundert. Die früheste datierte Handschrift, entstanden 1451 in Edime, ist im Besitz der Orientalischen Sammlung der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Die Handschrift weckte schon die Aufmerksamkeit von Ármin Vámbéry (1832-1913). Sie bildete die Grundlage für eine eingehende Untersuchung, die er unter dem Titel Altosmanische Sprachstudien (Leiden 1901) veröffentlichte.
Als Andreas Tietze während des Zweiten Weltkrieges in der Türkei lebte, begann er auf Anregung von Hellmut Ritter an diesem Werk zu arbeiten. Für diese Arbeit brauchte er jedoch die älteste, d.h. die Budapester Handschrift des Werkes, deren Mikrofilme er mit Hilfe von Julius Németh, dem Inhaber des Lehrstuhls für Turkologie an der Universität Budapest, erhalten konnte. Nach einem Vergleich mit den anderen, vorwiegend Istanbuler Handschriften, entschloß er sich, die Budapester Handschrift zur Grundlage der weiteren Studien zu machen. Er plante, den Text mit Übersetzung sowie literatur- und sprachhistorischer Analyse zu veröffentlichen.
Den ersten Teil seines Vorhabens, d.h. die Textedition, schloß er Ende der 1950er Jahre ab und bot sie dem Verlagshaus Mouton (Den Haag) zur Publikation an. Er war bereits nach Los Angeles berufen worden, als die Drucklegung des Werkes begann. Jedoch bekam er nur die Einleitung in gedruckter Form zu Gesicht. Trotz reger Korrespondenz und persönlicher Besuche beim Verleger während seiner Sommerreisen in Europa blieb es Tietze versagt, die Texte in einer endgültigen Druckform zu sehen. Mit der Zeit merkte er, daß mit der Sache etwas nicht stimmte. Schließlich mußte der Verieger eingestehen, daß in der Druckerei ein furchtbarer Fehler passiert sei: ein Setzer hatte eine Instruktion falsch interpretiert und sowohl den ganzen Satz als auch das Manuskript zum Einstampfen gegeben.
Zum Geleit
Dieser Band enthält die Faksimiles der Budapester Handschrift des Ferec ba^d e§-§idde, die in der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften unter der Signatur Török F.71 aufbewahrt ist. Die Beschreibung dieser Handschrift, die die Grundlage dieser Edition bildet, befindet sich im 1. Band (s. p. 33-34).
In dieser Beschreibung wurde auch über die lacunae der Handschrift berichtet (s. 1. Band, p. 643). Um diese Lücken in der Edition zu füllen, war es selbsverständlich notwendig, eine andere zeitgenössische Handschrift heranzuziehen. Die Wahl fiel auf die Handschrift N° 1698 der Istanbuler Läleli-Sammlung (heute in der Süleymaniye-Bibliothek). Die Fehler in der Paginierung dieser Handschrift sind ebenfalls im 1. Band zusammengestellt (s. p. 643).
Über den edierten Text hinaus enthält der Band Török F. 71 auch weitere Texte. Auf die Publikation von F. 215.b.-216.a. hat man verzichtet, da dieser Teil mit dem Ferec ba^d e§-§idde in keinerlei Beziehung steht (s. dazu die Einleitung: 1. Band, p. 19). Dagegen hat man den darauf folgenden Teil (F. *l.a.* - *16.a.*) aufgenommen. Sie enthalten nämlich - nach dem Duktus in einer viel später entstandenen Abschrift - die 27. Und 28. Geschichte, die im Grundtext fehlen. Einer der früheren Buchbesitzer hat diese Abschrift für die Erfüllung der von ihm entdeckten Lücke einbinden lassen.