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DER alte Johannisbrunnen rauscht wieder vor meinem Fenster. Hoch ragt das Bild des Täufers; aus der ehernen Schale, die seine erhobene Hand hält, plätschert das "Wasser hinab ins steinerne Becken. In alter Zeit soll ein heidnisdies Heer an diesem Brunnen vorübergezogen sein; die Recken haben den rauhen Nadsen gebeugt und sind hier getauft worden. Am nächsten Tage fielen alle in der Sdiladit. Ihre Leichname blieben liegen unter den dunklen Bäumen der "Wald-schludit, da die Krieger heimtückisch erschlagen wurden; aber am Abend, als die Sonne rot am Himmel brannte, kamen weiße Schemen zum Stadttor herein, die hatten Kränze um die Stirnen und lächelten wie Kinder. Als sie am Brunnen vorbeizogen, ließ der heilige Baptista die eherne Taufschale fallen und faltete die Hände; denn diese reinen Seelen brauchten kein Wasser der Gnade mehr. Die Gekränzten zogen langsam zum Stadttore hinaus, den "Weihnachtsberg hinauf, und als sie auf der goldglänzenden Höhe standen, winkten sie noch einmal herab ins Tal und zogen dann fort, weit über die rote Sonne hinaus, und der Heilige am Brunnenplatz schaute ihnen nach. Erst als es Nacht war, bückte er sich nach der verlorenen Taufschale, und nun hält er sie wieder in erhobener Hand seit vielen Jahrhunderten.
Das ist eine der vielen Sagen und Legenden von "Walters-burg. Die "Waltersburger haben ganz eigene Geschichten. Sie borgen nicht von fremden Gauen und Städten; ihr romantisches Tal war immer so reich, daß sie Fremdes nicht nötig hatten.