Bővebb ismertető
In der höchstgelegenen Stadt der Republik Oberwiesenthal, Parkplatz am Ortseingang. Zwanzig, fünfundzwanzig Wagen, nicht mehr, träumten in den Frühlingstag - dabei waren sie noch in einen Schneepelz gehüllt. Die große Stunde für Fahrer kleiner Wagen, die sich jetzt nicht im geringsten von den großen unterschieden. Unter der Schneedecke sahen alle gleich aus. Und welche Arsenale marschierten hier an Schönwettertagen auf. Mehr noch: Wie viele zogen drüben die Straße hoch, um droben auf der Höhe bei Bozi Dar, hinein in das befreundete Nachbarland, die CSSR, zu rollen. Es gab Tage, da glich die Straße einem Fließ- band eines großen Automobilwerkes. Um den Wagenstau aus der Stadt zu bringen, richteten Straßenbauer auf der Höhe, nach Tellerhäuser zu, mehrfache Straßenkehren ein. Oberwiesenthal (2611 Einwohner) ist die höchstgelegene Stadt der DDR. Genau 914 m liegt der Marktplatz über dem "Meeresspiegel, 300 m tiefer als das Fichtelberghaus. Das Paradestück des Platzes bildet die aus dem Jahre 1730 stammende Distanzsäule, sie hat heute Mühe, ihre Kuppe aus den Schneehaufen zu schieben, und es schneite weiter. Obwohl der Schnee unsere Halbschuhe längst durchnäßt hatte, blieben wir. Deshalb teilen wir jedoch keinesfalls die Meinung eines Kurfürsten von Brandenburg, der über Oberwiesenthal gesagt haben soll: »Wat die Tübel mackt in Lüt in dem wilden kahlen Orte/steckt dat Lumpen-Nest mit Füer an/und komt in mins Herrn Land. . .« Das Schneetreiben hatte nachgelassen. Nun konnte man auch den aus kristallinen Gesteinen bestehenden Doppelbuckel des Fichtelberges sehen, den Vorderen Fichtelberg, der mit 1 214 m zu Buche steht, und den Hinteren Fichtelberg mit 1 206 m über NN. Es war so, als wollte die Sonne Gebirge und Städtchen überfluten. Und während wir durch den Schnee stapften, fielen uns ein paar Sätze ein, die Gebauer im vorigen Jahrhundert in seinen »Bildern aus dem Sächsischen Berglande« über Oberwiesenthal niedergeschrieben hatte: »Oft aber geschieht es auch, daß durch einen Schneesturm in wenigen Stunden die Straßen der Stadt halb verschüttet und unpassierbar gemacht werden; die Insassen ganzer Häuserreihen sind eingekerkert, die Zimmer in den Erdgeschossen sind wie Kellerräume. Man gräbt sich heraus oder benutzt wohl gar Fenster in den oberen Stockwerken als Haustüren. Die alten Bäume der benachbarten Forsten geben dann das seltsame Bild des Waldes riesengroßer Korallen, und die jüngeren, die zumeist verschüttet sind, erscheinen wie ein im Sturm erstarrtes Meer. ..« Wenn man die Gründe nicht kennt, kann man sich schwer vorstellen, was jene Leute damals um 1406 bewogen haben mag, sich in »Wizinthal«, mitten im Waldgebirge hier oben an der Pohl ansässig zu machen, war's doch von Anfang an ein zähes, unerbittliches Ringen gegen vielfältige Witterungsunbilden, die nun einmal wolkennahe Höhenlagen mit sich bringen. Freilich, war damit noch Unterwiesenthal gemeint, das 1510 sogar Stadtrechte erwarb. Jedes Quentchen Boden mußte dem Wald in harter Arbeit abgerungen werden. Steinig war er, und die Vegetationszeit reichte selten, die Früchte ausreifen zu lassen. Und waren die Winter besonders lang, gab es noch im Mai die schönste Schlittenbahn. Um 1525 begannen die Bewohner mit dem