Bővebb ismertető
Die Geschichte der Kommunistischen Partei Finnlands ist in der westlichen Welt wenig bekannt, obwohl sie ein besonderes Interesse für uns hat: Das Interesse eines Grenzfalls. Denn einerseits ist sie, neben den italienischen und französischen Kommunisten, die einzige kommunistische Partei, die in einem demokratischen Land Europas nadi dem zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle gespielt hat, mit durchschnittlich 20 bis 25 Prozent der Wählerstimmen und wiederholter Teilnahme an der Regierung. Andererseits verdankt sie diese Rolle mindestens teilweise der Tatsache, daß Finnland selbst ein Grenzfall ist — eine Demokratie vom westlichen Typus, die aber eindeutig in der sowjetischen Machtsphäre liegt und ihre innere Freiheit nur bewahren kann, indem sie in ihrer Außenpolitik, ihrer Verteidigungspolitik, der Ausrichtung ihres Außenhandels und manchmal auch bei der Auswahl ihrer Regierungschefs und der Bildung ihrer Regierungskoalitionen auf diese Tatsache Rüdisicht nimmt.
Als kommunistische Partei, die in einer parlamentarischen Demokratie Einfluß auf die Regierungspolitik erstrebt, hat die KP Finnlands heute ein ähnliches Interesse wie die italienischen und französischen Kommunisten, sich von traditionellen revolutionären und antidemokratischen Dogmen zu lösen und ihre Unabhängigkeit von sowjetischen Weisungen zu demonstrieren. Doch als Partei eines Landes, dessen eigene Unabhängigkeit von dem mächtigen Nachbarn im Osten durch die Gegebenheiten der Geographie und der Strategie begrenzt ist, kann sie auf die enge Zusammenarbeit mit den sowjetisdien Kommunisten nicht wirklidi verzichten. Sie kann das um so weniger, als ihre Massenbasis in der älteren Generation auf jenem Bürgerkrieg von 1918 beruht, in dem sich die finnische Arbeiterbewegung in zwei fast gleiche Teile spaltete — zwischen Sozialdemokraten, die der nationalen Unabhängigkeit, und Kommunisten, die dem Bündnis mit der bolschewistischen Oktoberrevolution den Vorrang gaben. So ist der Sowjetmythus für die ältere Generation der finnischen Kommunisten auch heute noch ein noch unentbehrlicherer Faktor des Zusammenhalts als für ihre Altersgenossen in Frankreich.
Um so bemerkenswerter ist es, daß in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre auch in Finnland eine reformkommunistische, autonomisti-sdie Strömung es vermochte, sich die Mehrheit der Parteiführung zu