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Flämische Malerei des 17. Jahrhunderts [antikvár]

Götz Eckardt

 
Dic niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts steht im Zeichcn zweier großer Meister, die in einzigartiger Weise die Kunst der beiden Landesteile repräsentieren: Rubens und Rembrandt. Verbunden durch gemeinsame niederländische Herkunft, doch getrennt durch die unterschiedliche Entwicklung der südlichen und nördlichen Provinzen, läik sich in ihrem Schaffen der eingeschlagene Weg zur nationalen flämischen und holländischen Malerei besonders deutlich ablesen. Wesentlichste Ursache für die Entstehung zweier getrennter Schulen war...
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Dic niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts steht im Zeichcn zweier großer Meister, die in einzigartiger Weise die Kunst der beiden Landesteile repräsentieren: Rubens und Rembrandt. Verbunden durch gemeinsame niederländische Herkunft, doch getrennt durch die unterschiedliche Entwicklung der südlichen und nördlichen Provinzen, läik sich in ihrem Schaffen der eingeschlagene Weg zur nationalen flämischen und holländischen Malerei besonders deutlich ablesen. Wesentlichste Ursache für die Entstehung zweier getrennter Schulen war die politische Spaltung der unter spanischer Herrschaft stehenden Provinzen. Während die antifeudalen Erhebungen in den Südprovinzen (Flandern, heutiges Belgien) erfolglos verliefen, hatten die Nordprovinzen (Holland) nach erbittert geführtem Befreiungskrieg das spanische Joch abgeschüttelt und mit der Gründung der „Republik der Vereinigten Niederlande" die erste bürgerliche Revolution in Europa verwirklicht. Ein wichtiges Datum ist der 1609 zwischen Spanien und Holland abgeschlossene Waffenstillstand, der die staatliche Selbständigkeit der Nordprovinzen de facto anerkannte, wohingegen der Süden weiterhin dem spanischen Imperium angehörte. In Flandern bestanden daher nach wie vor feudale Verhältnisse, so daß die kapitalistischen Wirtschaftsformen sich hier nur langsam herausbilden konnten. Auf Grund dieser politischen und ökonomischen Konstellation nahm die künstlerische Entwicklung naturgemäß einen unterschiedlichen Verlauf: Im Vergleich zu der bürgerlich orientierten holländischen Malerei weist die flämische in stärkerem Maße höfisch-aristokratische Züge auf. Dennoch waren die kulturellen Bindungen auch im 17. Jahrhundert noch zu eng, als daß von einer absolut gegensätzlichen Kunstentfaltung gesprochen werden könnte. Mancherlei Übereinstimmungen lassen sich beispielsweise im Fache der Genremalerei feststellen, wie die jüngste Forschung nachgewiesen hat, und durchaus vergleichbare Entwicklungstendenzen sind vor allem in der zweiten Hälfte des Säkulums zu bemerken. Nicht Brüssel, wo das kunstliebende Statthalterpaar Erzherzog Albert und Infantin Isabella residierte, sondern die alte Handelsstadt Antwerpen wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts zum Mittelpunkt eines wahrhaft erstaunlichen künstlerischen Aufschwungs in Flandern. Schon im vorangegangenen Jahrhundert, das geprägt war von sozialen Spannungen und kriegerischen Auseinandersetzungen, hatte die Antwerpener Malerschule eine gewichtige Rolle gespielt. In erster Linie ist hier Frans Floris (1518-1572) zu nennen, den es zu monumentaler Aussage nach dem Vorbild der zeitgenössischen italienischen Malerei drängte. Seine mit menschlichen Körpern dicht angefüllten Historienbilder biblischen und mythologischen Inhalts lassen indes eine etwas gewaltsame Verquickung italienischen und heimischen Formengutes erkennen. Das Schaffen des nianieristischen Meisters übte noch auf die nachfolgenden Generationen eine starke Wirkung aus, und namentlich sein bei den Zeitgenossen kaum weniger geachteter Schüler Maerten de Vos (um 1531-1603) gehörte zu den Bewahrern dieses Erbes. Auch Otto van Veen (1556-1629), der Lehrer von Rubens, war in der Floristradition geschult worden, doch bekannte er sich in seinen späteren Arbeiten zu der um die Jahrhundertwende vorherrschenden klassizistischen Stilrichtung. Als wichtigster Vertreter des „Antwerpener Klassizismus" gilt Abraham Janssens (1573 74-1632), dessen großzügig aufgefaßtes Bild „Sealdia und Antwerpia" (Antwerpen) die Abkehr von der spätmanieristischen Kompositions- und Malweise verdeutlicht. Der geniale Erneuerer aber erwuchs der flämischen Malerei mit Peter Paul Rubens (1577-1640), einem humanistisch gebildeten, vielseitig interessierten Künstler von außergewöhnlicher Universalität und schöpferischer Produktivität. Seine Ausbildung hatte Rubens in Antwerpen erhalten. 1598 wurde er Freimeister der dortigen Malerzunft, was ihn

Termékadatok

Cím: Flämische Malerei des 17. Jahrhunderts [antikvár]
Szerző: Götz Eckardt
Kiadó: VEB E. A. Seemann Verlag
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 240 mm x 320 mm
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