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ICH ENTSCHULDIGE MICH
Wenn man für ein paar Monate in Afrika gewesen ist, muß man Vorträge halten: in Volkshodisdiulen und Tierschutzvereinen, in Zoologischen Gärten und an der Universität. Das ist heute noch so, allerdings nur noch für kurze Zeit. In ein paar Jahren wird man zunächst während der Sommerferien und dann zum Wochenend an den Kongo fliegen, und an den Abhängen des Kilimandscharo werden Sanatorien stehen. Die Reise beansprucht heute schon weniger Zeit als vor fünfzehn Jahren eine Fahrt nach Venedig.
Kürzlich fand ich bei einem meiner Vorträge gedruckte Plakate aushängen, daß „der berühmte Afrikaforscher" Dr. Grzimek reden würde. So etwas ist peinlich. Ich glaube, Männer wie Livingstone, Stanley und Emin Pascha, aber auch, um einen Grad bescheidener zu sein, Schillings imd Johnson, müßten sich im Grabe umdrehen. Ich bin ein paar Monate in Afrika herumgereist und habe mich bemüht, Augen und Ohren aufzumachen. Daß ich überhaupt ein Buch darüber schreibe, ist eigentlidi vermessen. Es soll beileibe keine grundlegende Abhandlung über Afrika sein. Wer etwas Vernünftiges über Frankreidi schreiben will, muß Jahre oder Jahrzehnte dort gelebt haben, und Frankreich ist, Verzeihung, ein kleines Land, Afrika aber ist ein Erdteil und spricht nicht nur eine, sondern wohl tausend Sprachen.
Ich habe auch keine Tierfangexpedition gemacht. Das sei denen gesagt, die, ach so verständlich, mir ihr Herz ausschütten und künftig mitmachen wollen. Tierfangexpeditionen gibt es eigentlich nur noch in Büchern und Filmen, nicht aber wirklich. Die wilden Tiere kommen in die Zoos von Europa und Amerika auf viel weniger abenteuerliche und romantische Weise. Einheimische Farmer kaufen sie von den Eingeborenen auf, fangen sie auch selber ein, bieten sie den europäisdien Tierhandlungen an, und die schicken dann einen Mann, meist einen geschickten, einfachen Wärter, um