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Vorwort
Als im Herbst 1978 »dumont foto 1« erschien, der erste Band einer jahrbuchähnlichen Publikation, war die Resonanz ermutigend: Anerkennung, begeisterte Zustimmung, auch konstruktiv-kritische Bemerkungen und Hinweise bestärkten Herausgeber und Verlag in dem Vorhaben, in regelmäßigen Abständen weitere Bände zu veröffentlichen und die gemeinsam begonnene editorische Arbeit auf lange Sicht fortzuführen, um so im Laufe mehrerer Jahre einen international repräsentativen Überblick über den gegenwärtigen Stand der künstlerischen Fotografie zu geben.
Am 7. März 1980, kurz vor Drucklegung des hier vorliegenden zweiten Bandes, kam Hugo Schöttle im Alter von 56 Jahren bei einem Autounfall ums Leben. Jeder, der ihn kannte und mit ihm persönlich oder beruflich verbunden war, weiß, welche Lücke sein Tod hinterläßt. Unsere mehrjährige, außerordentlich gute und harmonische Zusammenarbeit beruhte auf seiner hervorragenden Fachkenntnis, die er sich in lebenslangem Engagement für die Belange der Fotografie erworben hatte, seiner vorurteilsfreien Hingabe an die Sache, dem unermüdlichen Willen, seine ganze Arbeitskraft in ihren Dienst zu stellen, und seiner freundschaftlichen Kooperationsbereitschaft.
In vielen Treffen haben wir gemeinsam Tausende von Fotos gesichtet, ausgewählt, die Auswahl überdacht, diskutiert, ergänzt, revidiert und miteinander Anordnung und Abfolge im Wechsel von Bild und Text erarbeitet.
Wie schon »dumont foto 1« zeigt auch dieses Buch eine Fülle von Bildern unterschiedlichster Stilrichtungen und interpretationsweisen: 101 Fotografen aus 21 Ländern sind hier mit ihren überwiegend aktuellen Arbeiten vertreten; sämtliche von ihnen gemachten Angaben - Bildtitel, Datierung, Erläuterungen zum Sujet, zur Arbeitsweise oder Bildabsicht - wurden in das Buch aufgenommen. Zehn Textbeiträge von bekannten Autoren sind vielfältigen Themen gewidmet und geben interpretatorische Hinweise zu den hier veröffentlichten Fotos, beschäftigen sich aber auch mit theoretischen und historischen Fragen.
»dumont foto« soll fortgesetzt werden. Sicher ist es auch ganz im Sinne Hugo Schöttles, daß diese Reihe, die für ihn so etwas wie die Verwirklichung eines beruflichen Lebenstraumes war, ihren Initiator und maßgebenden Gestalter überlebt.
DuMont Buchverlag