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Das Madonnenland Als die Frankén christlich wurden, da wurden sie zugleich Marienverehrer, und sehr bald stellten sie ihr Land unter den Schutz der Gottesmutter - Frankén wurde zum Madonnenland. Die Vielzahl der Muttergottesdarstellungen im fránkischen Raum rechtfertigen diesen Namen. Würzburg, eine Stadt, die im letzten Krieg viel verlor, blieb wie Bamberg eine Madonnenstadt. Alléin im Taubertal gab es 1970 über 500 Madonnen. Nicht zufállig stehen Riemenschneiders berühmter Marienaltar und Grünewalds schönste Madonna in Frankén. Die álteste Kirche Frankens von 703 in Würzburg auf der Festung Marienberg ist eine Marienkirche. Albrecht Dürer hat in Nürnberg an die hundert Madonnen gezeichnet und gemalt und ein siebzehnteiliges Marienleben in Holz geschnitten. Von Lukas Cranach sind 120 Madonnen überliefert. Veit Stofi schuf für Nürnberg den weltberühmten Englischen Grufí. Vor allém das 17. und 18. Jahrhundert liefí eine Vielzahl von Hausmadonnen entstehen. Hatte die Nachreformation - nicht die Reformátorén - die Marienverehrung weitgehend abgelehnt, so wurde sie von Gegenreformatoren bewuík gefördert. Den entscheidenden Impuls gab das Konzil von Trient (1545-1563), das die katholische Auffassung über Maria klar formulierte und damit die Marienverehrung des Barocks einleitete. Kurze Zeit danach - 1571 - siegte die spanisch-venezianisch-pápstliche Kriegsflotte unter Jüan d'Austria völlig überraschend bei Lepanto über die Türkén. Hatte man zuvor im gesamten Abendland Maria um Hilfe gegen die Türkén angerufen, so dankte man ihr jetzt, und die Verehrung Mariens erhielt weiteren Auftrieb. Die Hilferufe, die wáhrend der Schrecken und Leiden des 30jáhrigen Krieges an Maria gerichtet worden waren, fanden nach seiner Beendigung in der Stiftung zahlreicher Madonnen ihren Ausdruck und Niederschlag. Man stiftete sie aus Dankbarkeit, zur Gelübdeerfüllung oder aus neu erwachter Lebensfreude. An viele weltpolitische Ereignisse bis in unsere Tage - und sei es der erste und zweite Weltkrieg - erinnern Madonnen, wie viele Inschriften beweisen. Frankén kannte zahlreiche Höhepunkte der Marienverehrung, aber bis in unsere Tage hinein gibt es keine Zeit, in der Maria vergessen war. Fránkische Eigenheiten Frankén hat in der Madonnendarstellung gewisse Eigenheiten entwickelt, jedoch manche Formen, die anderswo gang und gábe waren, nicht aufgenommen. Typisch fránkisch ist die Vorliebe für plastische Darstellungen. Die Zahl der Gemálde ist verschwindend klein gegenüber den Madonnen aus Holz, Stein und sogar Ton. Selbst die Maierei wird in Stein oder Holz kopiert, das bezeugen nicht nur die Mariahilf-Darstellungen. Selbstverstándlich bevorzugt Frankén besondere Darstellungsformen, wáhrend andere wenig An-