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VORWORT
,,Die Musik ist das 'Lehenselement der Tschechen."
Bedfich
Im i8. Jahrhundert wurde Böhmen das Konservatorium Europas genannt. Der enghsche Schriftsteller und Musikhistoriker Charles Burney {1/26—iSr4), det die außerordentliche Musikalität det Tschechen hervorhob, schrieb, sie seien neben den Italienern das musikahschste Volk der Welt. So läßt sich auch die warme Aufnahme erklären, die Wolfgang Amadeus Mozart in Prag zuteil wurde, und deshalb war es auch gerade Prag, das Mozarts Werk schon zu seinen Lebzeiten zu würdigen wußte. Die hohe musikalische Bildung des tschechischen Volkes und das besondere Musikverständnis des Prager Publikums beeindruckte alle Großen der Musik, die je nach Prag kamen, und es waren nicht wenige. Auf Mozart folgten Beethoven, Carl Maria von Weber, Berlioz, Liszt und Wagner, um nur die wichtigsten zu nennen. Keinen enttäuschte Prag, alle bezauberte es. Berlioz, dem seine Freunde von einer Reise in diese Stadt abrieten, da man dort „nur die Werke der Toten verstehe", ließ sich die Prager Kritiken über seine Ouvertüre zu ,,König Lear" vorlegen und war angenehm überrascht. „Ich stellte mit Freuden fest", schrieb er in seinen Memoiren, „daß die Kritik weder feindselig noch verknöchert ist, wie man den Tschechen vorzuwerfen pflegt, sondern ganz gegenteilige Eigenschaften besitzt." Daher entschloß er sich, Prag zu besuchen und bedauerte es nicht, denn seit Mozart hatte kein Künstler hier solche Anerkennung und Wertschätzung gefunden wie er. „Ich sage nur, was allgemein bekannt ist", fährt Berhoz fort, „daß die Tschechen die besten Musikanten ganz Europas sind und daß ihre echte Liebe und ihre reges Interesse für die Musik in allen Gesellschaftsschichten gleich stark ist."
Diese Eindrücke gewann Berlioz im Sommer 1846, als auch ein anderer Repräsentant der damaligen musikalischen Moderne -Franz Liszt - seine Werke in Prag zu Gehör brachte. So wurde Liszt Zeuge von Berlioz' Prager Erfolgen, und Berlioz erlebte Liszts Triumphe mit. Die böhmischen Länder nahmen Liszt, den Virtuosen, und Liszt, den Komponisten und Dirigenten, mit der