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Uaß nach kaum zwei Jahren eine neue Auflage sich als notwendig
erweist, zeugt zuerst für Franz Schubert, der gerade heute der
Menschheit näher zu sein scheint als vordem im Gewände des
„SchwammerlNäher nicht nur durch sein Werk, sondern auch
mit den Zeugnissen seiner Menschlichkeit. Hier aber fordert Schu-
berts ganze Natur den Kommentar zu den Briefen und Aufzeichnun-
gen. Dies ist auch in den ausnahmslos günstigen Besprechungen der
1. Auflage dieses Buches hervorgehoben und der mitbedingende
Wert einer kritischen Stellungnahme zum Schubertischen im allge-
meinen wie im besonderen betont worden. In der Tat: Die Zeit für
ein bedenkenloses Aneinanderreihen von wissenschaftlich ungesich-
tetem sog. Tatsachenmaterial ist vorbei! Vielmehr beweist auch
manches9 bisher aus dem letzten Band der Schubertdokumente von
0. E. Deutsch Bekanntgewordene, daß es jetzt um jenes gültige
Schubertbild geht, das uns mehr als ein Jahrhundert vorenthalten
oder verfälscht worden ist — zu Schuberts Lebzeiten und etwa bis
einschließlich der ersten Biographie (1865) durch ivohlmeinende Per-
sonen, die ihm irgendwie nahestanden oder aus solchen Quellen ihre
Angaben empfangen hatten, in späteren Jahren oft aus iveltanschau-
lichen Erwägungen.
Dieses Buch aber will zur Erkenntnis des wahren, ganzheitlichen
Schubert im Leben und Werk beitragen. Der Verfasser dankt allen,
die ihn in dieser Einsicht bestärkt haben.