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Land und Leute
Noch unseren Großeltern waren Namen wie Nizza, Monte Carlo und Cannes die Traumziele einer Ferienreise, die man sich — vielleicht — einmal im Leben leisten konnte. Vor allem reiche, durch ihr Klima nicht gerade verwöhnte Engländer hatten um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts diesen Teil der Mittelmeerküste als idealen Winteraufenthalt entdeckt.
Damals gab es hier kaum mehr als armselige Fischerdörfer, vor den kalten Winden des Nordens durch das bergige Hinterland geschützt und mit einer üppigen Vegetation gesegnet. Schnell entstanden prunkvolle, dem Lebensstil und dem Geldbeutel der damaligen Gäste angepaßte Hotels, die noch heute weitgehend den Charakter der Uferpromenaden etwa von Nizza und Cannes bestimmen.
Schon vor dem Zweiten Weltkrieg jedoch setzte ein langsamer Wandel ein: Immer häufiger wurde dieser Küstenabschnitt auch im Sommer besucht, obwohl es hier keineswegs so schöne Sandstrände gibt wie an anderen Teilen der Mittelmeerküste.
Der eigentliche Aufschwung aber begann erst nach dem Zweiten Weltkrieg, und heute ist die französische Riviera das ganze Jahr hindurch eines der beliebtesten und am meisten besuchten Feriengebiete nicht nur von Frankreich, sondern von ganz Europa. Besonders in den Monaten Juli und August ist sie jetzt das bevorzugte Ziel französischer Urlauber, und man kann dem ausländischen Besucher nur empfehlen, sie um diese Zeit wegen der rettungslos überfüllten Straßen, Hotels und Campingplätze zu meiden.
Mit dem Namen „Riviera" bezeichnet man im allgemeinen den Küstenabschnitt zwischen Genua und Marseille. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam für den französischen Teil die Bezeichnung Côte d'Azur („Blaue Küste") auf, die in Frankreich heute nur für die Strecke zwischen Menton und Saint-Raphaël angewendet wird.
Wir beschreiben in diesem Reiseführer in erster Linie die Küste zwischen Marseille und der italienischen Grenze, beziehen aber auch das Hinterland und die Seealpen ein.
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