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Erstes Kapitel
Die Luft, die unter den Kronen der Lindenbäume lag, hatte sich über die braune Heide und die dürftigen Äcker hingewiegt; sie war von der Sonne durchglüht und von den Wegen bestäubt; aber jetzt war sie von dem dichten Laubgehänge gereinigt, gekühlt von den frischen Lindenblättern, und der Duft der gelben Lindenblüten hatte sie feucht gemacht und ihr Fülle verliehen. Jetzt lag sie da und blinzelte selig hinauf in die lichtgrüne Wölbung, geliebkost von leise zitternden Blättern und dem flimmernden Flügelschlag weißgelber Schmetterlinge.
Die Menschenlippen, die diese Luft einatmeten, waren schwellend und frisch, der Busen, den sie hob, war jung und zart. Der Busen war zart, und der Fuß war zart, die Taille schmal, der Wuchs schlank, und es lag eine gewisse magere Kraft in der ganzen Gestalt. Üppig war nur das weiche, dunkelgüldene Haar, das zur Hälfte aufgebunden war, zur Hälfte lose herabfiel; denn die kleine, dunkelblaue Samthaube war heruntergeglitten und hing am Halse an ihren geknoteten Kinnbändern gleich einer kleinen Mönchskapuze auf den Rücken herab. Sonst war nichts Klösterliches an der Kleidung: ein breiter, gerade geschnittener Linnenkragen auf lavendelfarbenem Zwillichkleid mit kurzen und weiten, aufgeschlitzten Ärmeln, aus denen ein Paar großer Bauschärmel aus feinem, holländischem Linnen her vorsah. Eine hochrote Schleife saß auf der Brust, und hochrote Schleifen schmückten die Schuhe.
Sie ging, die Hände auf dem Rücken und mit vornübergebeugtem Kopf. Mit spielenden, zierlichen Schritten wandelte sie langsam den Steig hinauf, aber nicht geradeaus, sie ging in Windungen; bald war sie im Begriff, auf der einen Seite gegen einen Baum zu stoßen, bald war