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Vorwort
Der Reformprozeß in den ehemals kommunistischen Ländern Mittel" und Osteuropas ist noch in vollem Gange. Es gibt derzeit mehr zu beobachten als zu bilanzieren. Die Redaktion Mittel- und Osteuropa beim Bayerischen Rundfunk hat sich die Aufgabe gestellt, kontinuierlich über die Auswirkungen der Reformpolitik auf Wirtschaft und Gesellschaft, auf Massenmedien und Religionsgemeinschaften, auf nationale Minderheiten und Nachbarstaaten zu berichten.
Gerade als ehemaliger Frontstaat gegenüber dem Ostblock und als jetziger Wunschpartner unserer östlichen Nachbarn ist Deutschland bei den Reformprozessen besonders engagiert.
Deutsche Kreditleistungen und deutsche Investitionen in den Reformstaaten stehen an der Spitze westlicher Leistungen. Die Verantwortung gegenüber der Vergangenheit bindet Deutschland in besonderem Maß aktiv in den Integrationsprozeß ein, der die Reformstaaten vor allem im östlichen Mitteleuropa näher an die Europäische Union führen soll. Gleichzeitig aber muß Rußland vor einer Isolierung bewahrt werden, die zu einer neuerlichen Spaltung Europas führen würde.
Mit der Rückkehr der Geschichte ist in den Reformstaaten ein Prozeß der Neuorientierung eingeleitet worden, der letztlich zahlreiche Gesellschaften zu ihren alten Wurzeln finden läßt.
Das Spektrum der hier veröffentlichten Reportagen und Berichte umfaßt daher Alltagsszenen einfacher Menschen in Polen oder Rußland ebenso wie die Wiederentdeckung geistiger Traditionen in Estland, den Wandel der Medien in der Ukraine, den wirtschaftlichen Boom in der Tschechischen Republik oder den schwierigen Selbstfin-dungsprozeß der jungen Slowakei.
Ausgangspunkt bleibt der Wandel in der ehemaligen Sowjetunion. Deshalb wurde ein vom BR gesendetes Interview mit Michail Gorbatschow, dem Vater von Glasnost und Perestrojka, in dieses Buch aufgenommen, obwohl die Ereignisse das ursprüngliche Reformkonzept von Gorbatschow geradezu gesprengt haben. In den Schilderungen aus Rußland wird aber auch nicht verschwiegen, daß Gorbatschow
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