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Im Reich der Wasservögel: Im Seewinkel 1 Wollte man den Neusiedler See mit Superlativen beschreiben, hätte man keine Schwierigkeiten, eine lange Reihe davon zu finden. Er ist nicht nur der einzige Steppensee in ganz Mitteleuropa, sondern wohl auch einer der flachsten Seen überhaupt. Bei einer freien Wasserfläche von z. Z. rund 180 km2 beträgt die durchschnittliche Tiefe weniger als ein Meter. Trotz seiner Größe - rechnet man den Schilfgürtel mit, ist der See immerhin 320 km2 groß - hat er weder einen nennenswerten Zu- noch...
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Im Reich der Wasservögel: Im Seewinkel 1 Wollte man den Neusiedler See mit Superlativen beschreiben, hätte man keine Schwierigkeiten, eine lange Reihe davon zu finden. Er ist nicht nur der einzige Steppensee in ganz Mitteleuropa, sondern wohl auch einer der flachsten Seen überhaupt. Bei einer freien Wasserfläche von z. Z. rund 180 km2 beträgt die durchschnittliche Tiefe weniger als ein Meter. Trotz seiner Größe - rechnet man den Schilfgürtel mit, ist der See immerhin 320 km2 groß - hat er weder einen nennenswerten Zu- noch einen natürlichen Abfluß. Der Wasserstand und damit die Ausdehnung des Sees ist überhaupt eine Sache für sich. Im Schnitt verdunsten im Jahr etwa 1500 mm. Durch Niederschläge werden aber lediglich 600 mm ersetzt. Die fehlenden 900 mm - mehr als der gesamte Inhalt des Sees - werden aus Zuflüssen aus dem Grundwasser der gesamten klei- nen ungarischen Tiefebene ersetzt. In »normalen«, d. h. niederschlagsreichen Jahren funktioniert das auch ganz gut, da der See an der tiefsten Stelle der Ebene immerhin 17 Meter unter dem Donauspiegel bei Preßburg liegt. Anders aber sieht es in Jahren aus, die nicht so ganz »normal« sind. Vor gut 100 Jahren etwa sahen die Schwankungen so aus: 1854 dehnte sich das offene Wasser auf 356 km2 aus. Bereits 13 Jahre später war der See völlig trocken und blieb es auch volle vier Jahre. Wiederum 12 Jahre später, 1883/1884, gab es dann schon wieder 322 km2 offenes Wasser. Auch zwischen 1929 und 1935 gab es einen neuen Tiefstand. Damals brachte es der See noch auf die stolze Wassertiefe von immerhin maximal 40 cm. Sogar die Farbe des Wassers ist Folge der besonderen Struktur des Sees. Das trübe Grün-Grau ist nicht etwa auf Ver- schmutzung zurückzuführen, sondern ein Zeichen für feinste Schwebeteilchen wie Sand und Pflanzenreste, die in dem seichten Wasser wegen der ständigen Wasserumwälzung durch den Wind nie so ganz zum Absinken kommen. Temperaturausgleiche tun ein übriges, das Unterste nach oben zu kehren. Bei Wind- Der blendend weiße Boden der ausgetrockneten Salzlacken rund um den Neusiedler See lockt in heißen Sommern zu ausgedehnten Spazierritten (Bild unten). Im Seewinkel, rund um Illmitz und Apetlon, beginnt die Pußta, die Heimat der Wasservögel und das Reich der Romantiker, die Steppe und Ebene erleben möchten (Bild folgende Doppelseite).

Termékadatok

Cím: Freizeitland Österreich [antikvár]
Szerző: Dieter Maier
Kiadó: Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH
Kötés: Fűzött keménykötés
ISBN: 3881991433
Méret: 220 mm x 290 mm
Dieter Maier művei
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