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Urkunde
Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein 2003
Susan Sontag
Er ehrt mit Susan Sontag eine Schriftstellerin, deren erzählendes und essayistisches Werk den Begriff und den Wert der westlichen Kultur untersucht und verteidigt. Mit großer analytischer Schärfe hat sie seit den sechziger Jahren die Ausprägungen der dynamischen Alltagskultur und ihre Bedeutung für unsere Vorstellung von Modernität und Freiheit beschrieben. Durch ihre Arbeit, die nie das europäische Erbe aus dem Blick verlor, ist sie zu der prominentesten intellektuellen Botschafterin zwischen den beiden Kontinenten geworden. In einer Welt der gefälschten Bilder und der verstümmelten Wahrheiten ist sie für die Würde des freien Denkens eingetreten. Auch in dem letzten ihrer vielen, auch in Deutschland einflußreichen Bücher, »Das Leiden anderer betrachten«, ist sie diesem unverrückbaren Ethos treu geblieben, als Zeugin einer immer noch von Kriegen heimgesuchten Epoche mutig und verantwortungsvoll auf dem Recht der Opfer zu beharren.
Börsenverein des Deutschen Buchhandels Der Vorsteher
Frankfurt am Main in der Paulskirche am 12. Oktober 2003
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