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I
Die Wehe naht wie eine Welle, die über ihr zusammenschlägt, sie fortreißt und wieder zurückwirft. Sie krallt die Hände ins Laken.
Die grüngekleidete Frau an ihrem Bett, die Hebamme, liest von elektronischen Geräten ab, wie es ihr geht. Anscheinend ist die Hebamme ganz zufrieden.
Im Vorbereitungskurs hörte sich alles einfach an, fast so, als käme das Kind von selbst zur Welt, wenn man nur die Atmungs- und Entspannungsübungen richtig beherrscht und anwendet. Ihre Mutter hatte zwar gemeint, daß damit gegen die Schmerzen wenig auszurichten sei, aber wie hätte sie, Friederike, ahnen sollen, daß es solche Schmerzen überhaupt gibt?
Sie hat keine Angst gehabt. Neugierig und voller Erwartung ist sie hergekommen. Dann sind die Schläuche an ihr befestigt worden, einer für den Wehentropf am Arm und zwei weitere, die zwischen ihren Beinen in den Leib hineinführen und durch eine an den Oberschenkel geschnallte Kontaktplatte gesichert sind. Auf diese Weise, erklärte ihr die Hebamme, würden der Wehendruck gemessen und der kindliche Kreislauf überwacht. Der Schmerz meldete sich ab und zu, aber er lauerte noch im Hinterhalt. Viel stärker, glaubte sie, würde er nicht werden. Die Hauptverantwortung für das gute Gelingen übernahm offenbar die steuernde, kontrollierende Technik.
Inzwischen haben die Wehen all ihre Gedanken und Vorstellungen ausgelöscht. Sie zerbeißt sich die Lippen, um nicht zu schreien.
Plötzlich spürt sie einen gebieterischen Stoß in ihrem
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