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Christian Graf von Krockow - Friedrich der Große Lebensbilder [antikvár]

Friedrich der Große Lebensbilder [antikvár]

Christian Graf von Krockow

 
'mmi pfcr j' ¦ ¦ ' 14 Die Nachricht erwies sich als europäische Sensation, sie lieferte den Höfen, den Kanzleien und überhaupt allen, die sich fürs große Weltgeschehen interessierten, Stoff zum Spel^ulieren: Am 8. Juli oder nach alter Kalenderrechnung am 27. Juni des Jahres 1709 war der sieggewohnte Schwedenl^önig Karl Xll. von den Russen bei Poltawa vernichtend geschlagen worden. Es ließ sich absehen, daß Schweden als militärische Großmacht und protestantische Vormacht im Norden Europas ans Ende gelangte. Entsprechend stand...
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'mmi pfcr j' ¦ ¦ ' 14 Die Nachricht erwies sich als europäische Sensation, sie lieferte den Höfen, den Kanzleien und überhaupt allen, die sich fürs große Weltgeschehen interessierten, Stoff zum Spel^ulieren: Am 8. Juli oder nach alter Kalenderrechnung am 27. Juni des Jahres 1709 war der sieggewohnte Schwedenl^önig Karl Xll. von den Russen bei Poltawa vernichtend geschlagen worden. Es ließ sich absehen, daß Schweden als militärische Großmacht und protestantische Vormacht im Norden Europas ans Ende gelangte. Entsprechend stand es mit seiner deutschen Mission, mit der Gegenmacht zu Kaiser und Reich, die Gustav II, Adolf achtzig Jahre zuvor im Dreißigjährigen Krieg begründet hatte. Kaum abzusehen war dagegen, ob ein anderes Land diese Rolle würde übernehmen können. Gab es Nachfolge-Kandidaten ? Bei einer Umfrage unter Informierten und Weitsichtigen wäre an erster Stelle wahrscheinlich Sachsen genannt worden. Hatte es unter dem Herzog Moritz nicht schon einmal das Machtstreben des Kaisers - Karls V. - entscheidend durchkreuzt? Handelte es sich nicht um ein wirtschaftlich starkes, rasch aufblühendes Land, geprägt vom Gewerbefleiß seiner Bewohner, mit der Messestadt Leipzig als dem weithin ausstrahlenden Handelszentrum ? Erwies die wirtschaftliche Macht sich nicht immer deutlicher und direkter als Grundlage der pohtischen, weil von ihr die Steuerkraft abhing, also die staatliche Leistungsfähigkeit, ganz besonders die militärische ? Und trug der Kurfürst von Sachsen, August der Stari^e, nicht zugleich die polnische Königskrone, würde die schwedische Katastrophe nicht ihm vor allem nützlich sein ? Gewiß: Diese polnische Krone war von August mit dem Übertritt zum katholischen Bekenntnis erkauft worden, eine recht seltsame Voraussetzung dafür, in die Rolle der protestantischen Vormacht hineinzuwachsen. Doch lag nicht zutage, daß die Konfessionsfrage mehr und mehr sich im Schatten der rein politischen Machtentfaltung verlor ? Sachsen also. Oder sollte man vielleicht an dessen nördlichen Nachbarn denken, an den Kurfürsten von Brandenburg ? Wohl kaum. Zwar hatte der sich gerade - am 18. Januar 1701 - im fernen Königsberg als Friedrich I. selbst die Krone eines »Königs in Preußen« aufgesetzt. Aber dieser kuriose Titel, andeutend, daß er nur außerhalb der Grenzen des alten Reiches gelten sollte, brachte keinen Machtgewinn, weit eher die Belastung, die an der Eitelkeit, am bloßen Schein haftet. Viel Geld war nach Wien geflossen, um die Einwilligung des Kaisers zu erkaufen; noch mehr Geld kostete die Prachtentfaltung des König-Spielens. Anders als in Sachsen fehlte jedoch das wirtschaftliche Fundament. Das Land hatte sich von den Schrecken, vom Ruin des Dreißigjährigen Krieges noch immer kaum erholt. Es blieb menschenarm; große Teile Ostpreußens wurden von späten Zügen der Pest zusätzlich entvölkert. Bittere Armut herrschte ohnehin. Vor allem gab es in Brandenburg-Preußen weder den unvordenklich gewachsenen inneren Zusammenhalt einer Stammesgemeinschaft noch natürlich oder vernünftig zu

Termékadatok

Cím: Friedrich der Große Lebensbilder [antikvár]
Szerző: Christian Graf von Krockow
Kiadó: Gustav Lübbe Verlag GmbH
Kötés: Vászon
Méret: 260 mm x 310 mm
Christian Graf von Krockow művei
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