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Die Kindheit Am 24. Januar 1712, einem Sonntag, wurde dem Kronprinzen in PreuGen, Friedrich Wilhelm, ein Sohn geboren. Als die Nachricht eintraf, saG der Kronprinz gerade mit seinem Vater, dem damals in Brandenburg-PreuGen regierenden König, Friedrich I., beim Mittagsmahl. Beide empfanden groGe Freude. Da die erstgeborenen Söhne Friedrich Wilhelms im Sáuglingsalter gestorben waren, schien bis zu diesem Zeitpunkt die Erbfolge in der preuGischen Monarchie nicht völlig gesichert. Der sehnlichst erwartete neue Erdenbürger, der einen Sonntag spater den Namen seines GroGvaters Friedrich erhielt, wurde mit Glockenláuten und Kanonenschüssen gefeiert. Auf diese Weise erfuhr Berlins Bevölkerung von der Geburt des Prinzen. Die damals schon mit Mutterwitz und Schnoddrigkeit ausgestatteten Berliner hatten indes keinen Grund zu lauter Freude. Den Bürgern und Bauern in brandenburgisch-preuGischen Landen ging es denkbar schlecht, und viele ihrer Kinder dürften im Gegensatz zum Prinzen mit groGer Sorge auf dieser Welt empfangen worden sein. Die Berliner fürchteten einen erneuten AnlaG für Prunk und Protz, die Zurschaustellung königlicher Würde. Auf die Prunksucht des Königs führten sie den Tod der ersten beiden Kinder Friedrich Wilhelms zurück. Die Neugeborenen, so munkelte man in Berlin, hátten das SalutschieGen sowie die Last des schweren Seidenmantels und der Krone nicht vertragen. Sicher war das nicht der Grund für den frühen Tod der beiden Brüder Friedrichs. Die hohe Kindersterblichkeit der Zeit machte auch vor Fürstenthronen nicht halt. Trotzdem zeigt das Gerücht, was die Berliner über Friedrich I. dachten. Der jedoch hielt sich diesmal zurück. Am Abend der Geburt gab es kein Feuerwerk, wurde nicht illuminiert. Am preuGischen Hof wurde neuerdings „gespart". Brandenburg-PreuGen steckte 1712 in einer Krise.