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Dieter Gleisberg - Frühe italienische Tafelbilder aus dem Lindenau-Museum Altenburg [antikvár]

Frühe italienische Tafelbilder aus dem Lindenau-Museum Altenburg [antikvár]

Dieter Gleisberg

 
FRÜHE ITALIENISCHE TAFELBILDER AUS DEM STAATLICHEN LINDENAU-MUSEUM ALTENBURG Dieter Gleisberg I Deodato OKLKtiDi(tätig Zwischen 12S0 und i}2o) THRONENDE MADONNA MIT DEM CHISTUSKINDE UND ZWEI ENGELN Um i}oo • 30,5 ; 20,S cm Um 1300 war Deodato Orlandi das Haupt der Schule von Lucca. Damals hatte die Stadt ihren Vorrang, den sie gemeinsam mit Pisa bis tief ins 13. Jahrhundert behauptete, bereits an Florenz und Siena verloren. Nicht zufällig erlag Deodato Orlandi dem Einfluß führender Meister aus Florenz - zunächst Cimabues, der...
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FRÜHE ITALIENISCHE TAFELBILDER AUS DEM STAATLICHEN LINDENAU-MUSEUM ALTENBURG Dieter Gleisberg I Deodato OKLKtiDi(tätig Zwischen 12S0 und i}2o) THRONENDE MADONNA MIT DEM CHISTUSKINDE UND ZWEI ENGELN Um i}oo • 30,5 ; 20,S cm Um 1300 war Deodato Orlandi das Haupt der Schule von Lucca. Damals hatte die Stadt ihren Vorrang, den sie gemeinsam mit Pisa bis tief ins 13. Jahrhundert behauptete, bereits an Florenz und Siena verloren. Nicht zufällig erlag Deodato Orlandi dem Einfluß führender Meister aus Florenz - zunächst Cimabues, der vielleicht sein Lehrer war, und später auch Giottos, des kühnsten unter den Wegbereitern des Realismus der Neuzeit, die von den frühbürgeriichen Kommunen Italiens im Zeitalter Dantes, Petrarcas und Boccaccios hervorgebracht wurden. Gmabue steigerte die byzantinische Form noch einmal zu tiefgeistiger Sprachgewalt. Ein Abglanz seiner monumentalen Madonnentafeln verleiht auch unserem bescheidenen Devotionstäfelchen feierlichen Ernst und erhabene Würde. Dem schüchternen Versuch, durch Schlaglichter die Sitzgestalt körperlich zu erfassen, steht die noch völlig unräumliche Wiedergabe des Thrones gegenüber, der einem gemusterten Teppich gleicht. Er erhöht die Gottesmutter zur sedes sapientiae - »Sitz der Weisheit«. Sinnbildlich ist auch ihre Bedeutungsgröße gegenüber den beiden Erzengeln hinter dem Throngiebel sowie das Erscheinen Jesu als ganz unkind-hafter Messias, der segnend und gebietend zugleich die Rechte ausstreckt, während die Schriftrolle in der Linken ihn als Spender des Heils ausweist. Das kleine Tafelbild repräsentiert damit in charakteristischer Weise die noch stark von Byzanz inspirierte italienische Kultmalerei am Vorabend der Gotik. 2 Guido DA Seena (tätig zwischen iz6o und 1280) DIE ANBETUNG DER HEILIGEN DREI KÖNIGE Um 1270I80 ¦ 31,0 :43,0 cm Mit Guido da Siena tritt erstmals ein sienesischer Meister aus der Anonymität hervor. Freilich sprengte er keineswegs den Rahmen der Überlieferung, sondern öffnete sich so bereitwillig dem im 13. Jahrhundert Italien noch einmal überflutenden Einfluß der Byzantiner, daß er zu einem klassischen Vertreter der ')maniera greca« geworden ist. Die strenge Stilisierung war den Meistern Ostroms ebenso abgesehen wie die fadenförmigen Goldhöhungen im Gewand der Madonna oder der grünliche Unterton des Inkarnats. Ganz italienisch hingegen wirkt die unbekümmerte Erzählfreude auf allen zwölf erhaltenen Teilen des ehemals wohl fast drei Meter breiten Retabels, von dem diese »Anbetung« stammt. Von den übrigen Szenen aus der Kindheit und der Passion Christi - ursprünglich zu beiden Seiten eines verschollenen Marienbildes angeordnet - befinden sich zwei weitere in Altenburg, die anderen in Siena, Paris, Utrecht und Princeton. Die Madonna empfängt die drei Weisen als thronende Himmelskönigin. Ehrfürchtig wirft sich der älteste König zur Pros-kynese nieder - dem Kniefall und Fußkuß, wie ihn byzantinisches Hofzeremoniell vorschrieb. Der Heiland mit der Weltkugel als Herrschaftssymbol segnet den Knienden, hinter dem die Begleiter mit kostbaren Geschenken warten. Der Vorgang vollzieht sich auf schmalem, kulissenartig abgeschlossenem Raumstreifen, vom Goldgrund in außerirdische Sphären entrückt. Formelhaft weisen die bunten Fassaden auf Bethlehem hin oder die ins Bild ragenden Pferdeköpfe sowie Felsen und Bäume auf die weite Reise der Ankömmlinge. 3 Florentinische Schule ('k;?? 1320^ TRIPTYCHON 40,s : 49>5 cm Kleine schließbare Diptychen oder Triptychen entstanden im 14. Jahrhundert in großer Zahl. Ihre geläufige Bezeichnung als Flügelaltärchen verwischt die Tatsache, daß sie in der Regel, vom Altar losgelöst, häuslicher Andacht dienten. Damit war die Verehrung Gottes und der Heiligen nicht mehr ausschließlich an Kirchenraum und Klerus gebunden. Der unbekannte Schöpfer des Tabernakels aus dem Umkreis des Pacino di Buonaguida, eines volkstümlichen Zeitgenossen Giottos, vermischt etwas unbeholfen altertümliche mit neuartigen Elementen. So malt et zwar einen im Sinne des beginnenden Realismus kräftig modellierten, fast bäurischen Christus, hält aber schwerfällig am vorgotischen Viernageltypus fest. Auch Geburt und Taufe Christi auf dem rechten Flügel folgen noch byzantinischen Vorlagen - im Unterschied zu der thronenden Madonna sowie den Heiligen Christophorus und Nikolaus auf der Gegenseite. Unter dem Kreuz stützen zwei Frauen die niedersinkende Maria. Ihr gegenüber trauern Jo-

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Cím: Frühe italienische Tafelbilder aus dem Lindenau-Museum Altenburg [antikvár]
Szerző: Dieter Gleisberg
Kiadó: Union Verlag
Kötés: Papírmappa
Méret: 240 mm x 330 mm
Dieter Gleisberg művei
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