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DIE GESCHICHTE DER GEMÄLDEGALERIE
Die heutige Bildergalerie der Prager Burg entstand aus einem Komplex von Gemälden, die sich aus den Kunstschätzen der ehemaligen königlichen Residenz bis zur Gegenwart erhalten haben und seit dem Jahre 1962 Gegenstand unserer kunstgeschichtlichen Forschung sind. Die Beschlüsse des Ideenrats für die Ausgestaltung der Prager Burg, dehen zufolge diese nicht nur gänzlich und allgemein zugänglich gemacht, sondern auch allseitig durchforscht werden soll, haben günstige Voraussetzungen zum Studium der alten, auf der Burg bewahrten Gemälde geschaffen. Unter diesen Umständen konnte die Forschungsarbeit, mit der die Tschechoslowakische Akademie der Wissenschaften betraut worden war, nach und nach eine nicht geringe Anzahl von Werken bedeutender Meister ans Tageslicht bringen und unter den verschiedenen Bildern wertvolle Reste der einst berühmten Galerie identifizieren, die auf der bedeutendsten historischen Stätte unseres Landes die dramatischen Schicksale von Volk und Staat miterlebt hat.
Daß diese wertvollen Werke so lange der Beachtung entgingen, wurde durch den dichten Schleier traditioneller Ansichten und durch einige ungewöhnliche Hindernisse verursacht, die sich der Erkenntnis sozusagen unsichtbar in den Weg stellten. Die geläufige Meinung, die von der gesamten wissenschaftlichen und auch der popularisierenden Literatur vertreten wurde, daß die wertvollen Werke der alten Burggalerie für uns - bis auf ganz wenige und allgemein bekannte, in der Nationalgalerie aufbewahrte Ausnahmen - unwiederbringlich verloren seien, stützte sich auf einige zäh fortlebende, aber unrichtige und verzerrte Ansichten. Neben der traurigen Geschichte der Rudolfinischen Sammlung, die im Bewußtsein der breiten Öffentlichkeit die Schicksale der späteren großen Gemäldegalerie aus dem 17. Jahrhundert verdrängte, war es vor allem der Umstand, daß man ein scheinbar bedeutungsloses Kapitel jener Wandlungen vergaß, denen die Burg im 18. Jahrhundert unterworfen wurde. Die reichhaltige Galerie, die auch nach der Mitte des 18. Jahrhunderts hier geblieben war, wurde während des siebenjährigen Krieges und vor allem bei der Preußenbelagerung Prags im Jahre 1757 desorganisiert. Die Bilder, die ursprünglich in den für diese Zwecke dauernd bestimmten Räumen untergebracht waren, wurden an verschiedenen Stellen verborgen, bald danach in größerer Menge nach Wien verschickt und schließlich in zwei Gruppen geteilt. Eine Gruppe wurde als Zimmerschmuck in den Räumlichkeiten des neu
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