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VORBEMERKUNG zu „Fünfzig Erzähler der DDR"
Fünfzig Erzähler mit fünfzig Erzählungen — zuwenig oder zuviel als Ausbeute von fünfundzwanzig Jahren?
Literaturkenner wie Literaturwissenschaftler werden sagen: Viel zuwenig — denn immer hat es in diesem Land die Erzählung gegeben, nicht allein als Fingerübung für Romanciers, als willkommene Überbrückung in roman-armen Perioden, sondern zuerst und vor allem als eigenständige literarische Leistung, die keiner theoretischen Entschuldigung bedarf und nie darunter gelitten hat, wenn man sie als kurze oder kleine Prosa unterordnen wollte.
Fünfzig Erzähler mit längeren, kürzeren und kurzen Geschichten. Und wo ist mein Autor? fragt der Leser, wo meine Lieblingsgeschichte, die auf keinen Fall fehlen darf? Wo bin ich? fragt dieser Autor, der andere: Warum von mir jene Geschichte und nicht diese? Schließlich die Rezensenten: Warum nicht mehr ältere Autoren, warum nicht mehr jüngere, warum nicht mehr, nicht weniger Stadtgeschichten, Landgeschichten, Kindergeschichten, satirische Geschichten; weshalb so angeordnet und nicht so?
Alle haben recht mit ihren Einwänden. Alle haben auch unrecht. Jeden Einwand berücksichtigen hieße, auf jede Anthologie verzichten.
Ein Vierteljahrhundert Deutsche Demokratische Republik wurde Anlaß für ein Gegenstück zum Sammelband „Lyrik der DDR". Erfahrene Autoren und junge haben in den zurückliegenden mehr als fünfundzwanzig Jahren ihre