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Vorwort
Auch nach dem Schock von Tschernobyl und der danach gewachsenen Angst vor unwägbaren Umweltgefahren ist die Erhaltung der Natur vor der eigenen Haustür vielen Menschen ein vorrangiges Anliegen. Bei aller Schwierigkeit und Unsicherheit, die uns die großen Umweltprobleme bescheren und um deren Lösung wir uns intensiv bemühen müssen, bleibt die Sorge und die Fürsorge für unseren unmittelbaren Lebensraum als ebenso wichtige Aufgabe: Solange Blumen in unserer Nähe blühen. Bäume wachsen, Vögel singen und vielfältiges anderes Getier um uns herum lebt, bedürfen Flora und Fauna unserer Hilfe. Denn der Mensch hat sich über Gebühr auf der Erde breitgemacht, und ein Ende für seinen Zerstörungsdrang ist nicht abzusehen. Um so mehr sind wir verpflichtet, dort, wo es noch möglich ist, den Geschöpfen, die mit uns die Luft, das Wasser und den Erdboden teilen, Überlebenshilfe zu leisten. Sie haben das gleiche Recht auf Leben wie wir.
Wir können dabei sogar Eigennutz geltend machen: Was wäre die Erde ohne die Aussicht, ab und zu einen bunten Schmetterling vorbeifliegen zu sehen, dem Gesang einer Amsel oder einer Nachtigall lauschen zu können, ein Reh oder einen Fuchs am Waldrand zu beobachten, im schattigen Buchenwald spazierenzugehen, aus einem noch nicht übersäuerten Gebirgs-bach zu trinken oder die Weite des unbelasteten Wattenmeeres zu erleben? Gerade diese eher alltäglichen Naturerlebnisse nehmen wir für so selbstverständlich hin, daß wir uns kaum vorstellen können, wir müßten vielleicht einmal ohne sie auskommen. Sollte das allerdings eintreffen, dann wird auch dem Menschen nicht mehr viel Zeit auf dieser Erde bleiben - Tiere
und Pflanzen sind so betrachtet auch Indikatoren einer menschenfeindlichen Entwicklung. Aber soweit muß es nicht zwangsläufig kommen. Noch hat die Natur und damit der Mensch eine Chance. Wir alle sind aufgerufen, uns weit stärker als bisher für die Erhaltung der Natur als Basis für jegliches Weiterleben auf der Erde einzusetzen. Jeder kann das an seinem Platz tun.
Aus vielen Anfragen, Zuschriften und Gesprächen, besonders aber aus eigener Praxis und Erfahrung des Autors hat sich eine Fülle von Themen ergeben. Texte und Fotos der folgenden Seiten sollen den Leser anregen, selbst aktiv zu werden oder in seinen Bemühungen fortzufahren. Neben den vielen konkreten Hinweisen auf das, was - oftmals ohne großen Aufwand — für unsere Natur zu tun, was ihr zuliebe aber oftmals auch besser zu lassen ist, sollen Grundinformationen zu aktuellen Naturschutzaktionen und -Problemen zur eigenen Urteilsbildung beitragen. Wer sich beim Lesen des einen oder anderen Kapitels für nähere Einzelheiten interessiert, dem helfen das Literaturverzeichnis und die Anschriften von Naturschutzorganisationen im Anhang weiter. Wenn das Buch auch unter dem Signet des WWF (World Wildlife Fund) erscheint, so soll es doch der Arbeit aller für den Naturschutz arbeitenden Organisationen und Personen dienen. Denn nur gemeinsam und unter Zurückstellung von Verbands- und Einzelinteressen läßt sich ein effektiverer Naturschutz erreichen. In diesem Sinn vermag das Buch hoffentlich zu motivieren: Zu mehr Verständnis für unsere Natur. Zu mehr Freude an unserer Natur. Und zu mehr Engagement für unsere Natur. Entsprechend dem Motto der ZDF-Sendung zugunsten der Naturschutzarbeit des WWF und aller mit ihm zusammenarbeitenden Organisationen: WEIL WIR LEBEN WOLLEN.
C.-A. V. Treuenfels