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GESCHICHTLICHER HINWEISWir möchten hier nicht die bereits bekannten Legenden über die Gründung Roms wiederholen, die uns von Aeneas, Romulus, Remus and den berühmten sieben Königen erzählen. Jedoch wäre zu erwähnen, dass die Stadt Rom aus dieser Sage von Romulus und Remus, Söhne der Rhea Silvia und des Gottes Mars, die auf dem Fluss Tiber ausgesetzt und dann von einer Wölfin gesäugt wurden, ihr Wappen ableitet. In der Tat hütet das Museo Ca-pitolino (Kapitolinisches Museum) im Palazzo dei Con-servatori (Konservatoren-Palast) als einen seiner kostbarsten Schätze die Wölfin, ein etruskisches Werk aus den ersten Jahren des 5. Jahrhunderts v.Chr. Dem Original fehlten jedoch die beiden anmutigen säugenden Knäblein. die der bedeutende florentinische Bildhauer Antonio del Pollaiolo im 15. Jahrhundert hinzufügte. Über den Namen der Stadt sind sich die Wissenschaftler uneinig: einige leiten Rom von Rumon ab, denn zur Zeit der Gründung, die gemäss Varrone am 21. April 753 v.Chr. stattfand, trug der Fluss Tiber diesen Namen; andere hingegen möchten den Namen Rom mit ruma (etruskisch mammella) identifizieren, denn so war der Hügel Palatin benannt, decsen geologische Formation die Form eines Busens aufwies.Nun, wo der wahre Kern des Namens steckt, ist schwer zu sagen. Betrachten wir indessen die Gründung der Ewigen Stadt in vorgeschichtlichen Zeiten, d.h. als sich auf den Hügeln des Tibertals eine lateinische Bevölkerung ansiedelte. Diese erfuhr einen starken Einfluss durch die etruskische Herrschaft, die sich im 7. Jahrhundert v.Chr. über Latium und Kampanien ausbreitete. Ebenso ist bewiesen, dass die Latiner und die Etrusker gemeinsame Bräuche hatten, wie etwa Religion, Handelsregeln, juristische und militärische Grundsätze und das gleiche äussere Zeichen der ausführenden Gewalt (Exekutive), und zwar das Liktorenbündel (fascis). Aber schon bald übertrafen die Latiner die Etrusker, und es bildete sich ein souveränes Volk, das sich in zwei soziale Schichten aufteilte: die Aristokratie und die Plebs (Volksmasse). Die Macht lag in den Händen der Aristokratie, aber bald danach setzte sich die von ihren Volkstribunen geführte Plebs durch und errang die bürgerliche und politische Gleichberechtigung. Dies geschah im 4. und 5. Jahrhundert. Kaum hatte die römische Republik das richtige politische und soziale Gleichgewicht erreicht, begann sie, sich in der Nachbarschaft umzusehen und begriff, dass es erforderlich war, ihre Herrschaft über Latium auszudehnen, um die Handelsüberlegenheit zu bewahren und die eigene Sicherheit zu festigen. Deshalb führte die römische Republik im 5. Jahrhundert v.Chr. Kriege, in denen sie die Sabiner, Aequer und die Volker besiegte, was ihr ermöglichte, die Lega latina (den lateinischen Bund) zu bilden. Im 4. Jahrhundert v.Chr. eroberte Rom die etruskische Stadt Veji und erlitt eine Niederlage durch die Gallier Senoni, die Rom plünderten. Nachdem es sich von den Folgen dieser Katastrophe erholt und die Herrschaft über Latium wiedererlangt hatte, musste es sich in einem langen Kampf gegen die Samniter behaupten ,der grosse Verluste brachte, jedoch günstig verlief. Daraufhin konnten die Römer in Mittelitalien einen ziemlich starken Staat errichten. Ihren Machtgelüsten folgend richteten die Römer also ihre Aufmerksamkeit auf die griechischen Kolonien in Italien, d.h. auf den südlichen Teil der Halbinsel. Die dort herrschenden internen Streitigkeiten begünstigten das Unternehmen Roms bis zu dem Augenblick, als Tarent sich von der ständig wachsenden Macht Roms bedroht fühlte, ihm den Krieg erklärte und Pyrrhus, den König von Epeiros, um Hilfe anging. Dieser griff auch ein, erlangte grosse militärische Erfolge, bekam jedoch Streitigkeiten mit den Verbündeten von Syrakus und Agrigent, die ihn gerufen hatten, um sie vor den Meerangriffen der mächtigen Stadt Karthago zu verteidigen.So kehrte Pyrrhus nach Italien zurück. Als er jedoch in die Nähe von Benevent kam, fand er das römische Heer vor das ihm den Durchgang versperrte und ihn zwang, insein Reich zurückzukehren. Dieser Vorfall bedeutete das Ende der griechischen Kolonien in Italien, da sie nach und nach unter den Herrschaftsbereich Roms gerieten, der sich von der Mara und vom Rubikon bis zur Strasse von Messina ausdehnte.Von diesem Augenblick an sahen sich die Römer gezwungen, sich der karthagischen Macht zu stellen, die das Mittelmeer beherrschte, Sizilien, Sardinien und Korsika kontrollierte und sich nicht besonders um die eigene Sicherheit bekümmerte .Es fand ein tödliches Duell statt, das Rom- jedoch zu gewinnen wusste trotz der Überlegenheit der Karthager und trotz der Kriegskunst Hanni-bals und Hasdrubals. In der berühmten Schlacht bei Zama (202), die Publius Cornelius Scipio Africanus (maior) gewann, wurde die grosse Rivalin Karthago endgültig zerstört und ihr Territorium wurde römische Provinz (146 v. Chr.). Inzwischen bekämpfte das römische Heer die Völker im Osten, die den Karthagern geholfen hatten. Während der Kriege gegen Karthago (Punische Kriege) und auch später eroberte Rom die Provinz Gallia Cisal-pina (Norditalien), Istrien, Mazedonien und Griechenland. Im gleichen Masse jedoch, wie sich die römische Machtstellung festigte, stiegen auch die wirtschaftlichen und industriellen Möglichkeiten, was die Bereicherung einiger weniger Familien zur Folge hatte, die ihre Kapitalien nur in ihrem eigenen, engen Interessenkreis anlegten. Dies gab den Anlass zu Wirtschaftskrisen, Sklavenaufstän-den und zu einer Revolte des Proletariates. Die Forderungen der Plebs unter Führung von Tiberius Gracchus, der sich im