WINKEN ZUM ABSCHIED, WINKEN ZUM AUFBRUCHI/ORIaJORT UND DANK (THE MAKING OF"]Wege zu Ausstellungen sind lang und kurvenreich. Zu den Schlüsselstellen gehören Titel-gebung und Wahl des Plakatsujets. Denn beide zwingen zur radikalen Befragung eines Projekts und zu dessen eindeutiger Positionierung. Die Spielregeln der Kommunikation verlangen signalhafte Verknappung. Andererseits sollen und dürfen Titel und visuelles Leitmotiv den Geist eines Projekts nicht banalisieren oder verfehlen. Gute Ausstellungen erkennt man nicht zuletzt daran, dass...
WINKEN ZUM ABSCHIED, WINKEN ZUM AUFBRUCHI/ORIaJORT UND DANK (THE MAKING OF"]Wege zu Ausstellungen sind lang und kurvenreich. Zu den Schlüsselstellen gehören Titel-gebung und Wahl des Plakatsujets. Denn beide zwingen zur radikalen Befragung eines Projekts und zu dessen eindeutiger Positionierung. Die Spielregeln der Kommunikation verlangen signalhafte Verknappung. Andererseits sollen und dürfen Titel und visuelles Leitmotiv den Geist eines Projekts nicht banalisieren oder verfehlen. Gute Ausstellungen erkennt man nicht zuletzt daran, dass sie Zuspitzungen unbeschadet überstehen, weil sie, bei aller notwendiger Komplexität, einen unverwechselbaren Ansatz, ja geradezu Persönlichkeit" in sich tragen.Interessanterweise hatten alle Fotos, die bei den Plakat-Diskussionen zwischen den Vertreterinnen der Initiative Minderheiten, den Mitarbeiterinnen des Wien Museums und den Grafikerinnen ins Spiel gebracht wurden, einen gemeinsamen Nenner: Sie haben alle mit dem Reisen zu tun und zeigen unterschiedliche Verkehrsmittel - Eisenbahn, Autobus, Privatauto.Für ein Foto mit zwei schwer bepackten Pkws auf großer Heimfahrt sprach, dass es eine für jede Arbeitswanderschaft signifikante Differenz deutlich macht - nämlich die zwischen den beiden konkurrierenden Lebensmittelpunkten Herkunftsort und Arbeitsort und damit die zwischen zwei unterschiedlichen Wohlstandsniveaus. Man transportiert in der Ferne erworbene Güter in die immer ferner werdende Heimat. Dort, wo man das Auto voll packt, erscheint man in der Außenwahrnehmung als arm und randständig, dort, wo man es tausend Kilometer später auspackt, erscheint man als wohlhabend und erfolgreich. Das Auto selbst, auch wenn es nur ein zusammengeflickter Mercedes oder Opel ist (Hauptsache, es handelt sich um ein Oualitätsprodukt aus dem Wirtschaftswundergebiet!), ist Teil dieses Prestige-Transfers und Objekt des Stolzes - auch dann, wenn die tagelange Reise mühselige Plackerei und gefährliche Übermüdung beinhaltet. Gegen das logische" Motiv bepacktes Auto unterwegs" sprach letztlich, dass es medial abgegriffen und entleert ist. Immer, wenn12
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