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Otto von Bismarck - Gedanken und Erinnerungen [antikvár]
 
Einleitung In einem Brief an die königliche Mutter Victoria schrieb am 6. Januar 1891 die Witwe des unglücklichen Kaisers Friedrich: »Ich habe gerade einige Leute gesprochen, die Fürst Bismarck besucht hatten; sie sagen, er wäre nie so wohlauf, kräftig, tätig und in ausgezeichneter Laune gewesen Bismarck arbeitet viel an seinen Erinnerungen. Ich habe keine Zweifel, daß sie merkwürdig und schneidend werden « Es war einer der letzten jener Briefe, in denen ehrgeizige Pläne und aufbegehrende Klagen dieser dem widrigsten Schicksal...
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Einleitung In einem Brief an die königliche Mutter Victoria schrieb am 6. Januar 1891 die Witwe des unglücklichen Kaisers Friedrich: »Ich habe gerade einige Leute gesprochen, die Fürst Bismarck besucht hatten; sie sagen, er wäre nie so wohlauf, kräftig, tätig und in ausgezeichneter Laune gewesen Bismarck arbeitet viel an seinen Erinnerungen. Ich habe keine Zweifel, daß sie merkwürdig und schneidend werden « Es war einer der letzten jener Briefe, in denen ehrgeizige Pläne und aufbegehrende Klagen dieser dem widrigsten Schicksal trotzenden Frau sich zum trostlosen Monolog verdichtet hatten. Als er geschrieben wurde, war der Kampf, den die Kaiserin Friedrich offen oder insgeheim und unter vielen Tränen geführt hatte, um Deutschland nach ihrem englischen Bilde umzuformen, sinnlos geworden. Der Kaiser der 99 Tage hatte die kühnsten Hoffnungen der Liberalen mit in sein Grab genommen; wer weiß, ob sie nicht an seinem Selbstgefühl zuschanden geworden wären. Der unheimliche Widersacher aber, der Kanzler, dem Leute wie Fritz von Holstein zugetraut hatten, daß er selbst vor der Errichtung eines erblichen Haus-meiertums neben der Krone nicht zurückschrecken würde, hatte bei seiner Entlassung aus allen Ämtern, wie er selber sagte, das Spalier verloren, an dem sich sein Leben bisher emporgerankt hatte. Die verwöhnten Mitläufer seines Erfolges hatten sich einer neuen Sonne zugekehrt. Viele, die den Alten bei aller Bewunderung doch als Last zu empfinden begannen, waren bereit, dem »sonnigen« jungen Kaiser Wilhelm zu folgen, der da sagte, Fürst Bismarck sei bloß ein Handlanger seines Großvaters gewesen, und der versprach, sie herrlichen Zeiten entgegenzuführen. Eben dies bezweifelte seine Mutter, die Kaiserin Friedrich, welche die persönlichen Schwächen des Sohnes wie die Mängel seiner Erziehung wohl ahnte, ohne freilich zu erkennen, wieviel Schuld sie selber daran trug. Müde, erschöpft vom aussichtslosen Streit ergab sie sich in Unvermeidliches, und so berichtete sie über die Absicht des Fürsten, seine Erinnerungen zu schreiben, in dem beinahe versöhnlichen Ton resignierender Neugierde. Andere mochten zittern, als sie erfuhren, daß der neugewählte Abgeordnete des Kreises Jerichow sich entschlossen habe, seinen oppositionellen Angriff nicht auf dem parlamentarischen Felde voranzutragen, sondern seine Rache - wie sie wähnten - als Memoiren-

Termékadatok

Cím: Gedanken und Erinnerungen [antikvár]
Szerző: Otto von Bismarck
Kiadó: F. A. Herbig Verglagsbuchhandlung
Kötés: Ragasztott kemény kötés
ISBN: 377661207X
Méret: 130 mm x 190 mm
Otto von Bismarck művei
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