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VORWORT
Seit Jahren haben gutmeinende Freunde und vertrauensvolle Verleger mir zugeredet, einen Band gesammelter Vorträge und Aufsätze herauszugeben. Solche Sachen gingen sonst leicht verloren und die kurze Reihe meiner Bücher vertrüge recht wohl noch einen Anhang. Die letztere These ist unbestreitbar, über die Erhaltungswürdigkeit der genannten Dinge will ich das Urteil andern überlassen, aber umfangreich ist mein Material sowieso nicht: in Zeitschriften bin ich immer ein seltener Gast gewesen und Vorträge habe ich zwar viele gehalten, aber Manuskripte dazu existieren nicht und nur in besondern Fällen ist der Text nachträglich aufgeschrieben worden. Warum der Vorschlag aber überhaupt mir wenig lockend erschien, war jener Charakter des Zufällig-Gebündelten, den solche Sammlungen kleiner Schriften gewöhnlich zu haben pflegen. Erst als ich die Möglichkeit erwog, mein Material so zu sichten, daß es gewissen Hauptbegriflen unterstellt werden könnte, Begriffen, die zugleich die Richtung andeuteten, wo das Wesentliche meines Beitrages zur Kunstgeschichte liegt, bekam der Plan ein freundlicheres Gesicht und es ergab sich, daß auf diese Art am besten auch einzelne ungedruckte Sachen unter Dach gebracht werden konnten, die voraussichtlich nie mehr zu einer durchgebildeten, selbständigen Gestalt gediehen wären.
Ein Buch aus einem Guß ist natürlich auch so nicht entstanden, ja, es mußten, indem Jüngeres neben Älterem (bis zu fünfundzwanzig Jahren zurück) vorgebracht wird, Mißstände sich ergeben, derentwegen ich ausdrücklich um Nachsicht zu bitten mich verpflichtet fühle. Zunächst sind einzelne Wiederholungen unvermeidlich, wenn man bei verschiedenem Anlaß auf die gleichen Dinge zu sprechen kommt. Und weiterhin zeichnen sich sehr deutlich die persönlichen Schranken ab, innerhalb deren der Einzelne, wenn er nicht zu den reichen Naturen gehört, zeitlebens befangen bleibt, und es ist kein Trost, wenn man, weiter zurückgreifend, dieses sein Persönliches als von allem Anfang an vorhanden feststellen kann. (Es war mir ein sehr eigentümlicher Eindruck, als ich zufällig bemerken mußte, wie viel von Späterem zum Beispiel schon in
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