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Von Dichtung und Muse
Dank an die Muse
Ungerufen betratst du einst mein Gemach,
Mit tief erschreckendem Huldblick
Winktest du mir hinweg von den schlichten Spielen der
Schwestern,
Und wie die göttliche Gnade zuweilen ein Herz überwältigt,
Das nie nach ihr gefragt und kaum ihrer würdig, So überwältigte deine erstaunliche Wahl Die kindliche Lippe: Du nahmst mich an Liedes Statt an
Und gabst mir Heimatrecht in deinem bezaubernden Reich.
Ich habe dich lieb gehabt, so wie du geliebt sein wolltest, Lieb mit der ganzen Stimme, lieb mit jeglichem Worte, Lieb mit allen Kräften der Sprache und Töne, Lieb ohne Vorbehalt, lieb ohne Nebenliebe: Was braucht' ich andres Geleit -
War auch nur eines dem deinen an Herrlichkeit ebenbürtig, Hohe Verwalterin aller zeitlichen Schätze Und Zugelaßne bei der Verteilung der ewgen? Nichts hast du mir versagt, das ich begehrte, In holder Verwandlung nur gabst du mir das Erflehte, Mit vollen Händen hoch über jedem Verhängnis! Kein Jubel, den du nicht verklärt,
Kein Schmerz, den du nicht liebreich mit mir durdiweintest und im Gesänge begrubst -
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