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wurde am 12. Mai 1828 in London geboren als der Sohn des italienischen Dichters und Gelehrten Gábriel Rossetti, der nach dem Mifiglücken der italienischen Revolution in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts wegen seines Dafüreintretens Italien verlassen mufite und 1824 in London seinen Wohnsitz genommen hatte, wo er in Kings College als Professor für Italienisch wirkte. Kurz nach seiner Übersiedlung hatte er Frances Mary Lavinia Polidori, die Tochter des italienischen Sprachlehrers Polidori, der in seiner Jugend Sekretar des Dichters Alfieri gewesen war, geheiratet. Von mütterlicher Seite war sie englisch. In dieser Verschmelzung italienischer Blut- und Seelensubstanz mit dem englischen Sprachgeist und dem Atem der englischen Seeluft-Landschaft liegt, ahnlich wie bei Clemens Brentano, das Irisierende, Musikalische von Rossettis vielseitigem Künstlertum. - Als der bedeutendste Vertreter jener Künstlerbewegung, die unter dem Namen der Praraphaeliten Weltgeltung erwarb, ist Rossetti auch in Deutschland insbesondere alsMaler schon zu seinen Lebzeiten bekannt geworden. Rossettis frühes Verhaltnis zu Dante und seine leidenschaftliche Hingabe an Gestalt und Werk des grófién Meisters, dessen Namen man ihm gegeben hatte, gründet nicht zuletzt darin, dafi sein Vater, in gleicher Verehrung, Jahre und gerade die dem Geburtsjahre des Dichters vorangehenden, der Abfassung eines kompendiösen Kommentars zur Divina Commedia widmete. Diese Arbeit erschien in zweiBanden (1826-27), so dafi derenErscheinen mit der Empfangnis des Sohnes fast zusammenfallt. Auch hier wieder eines der lautlosen, mythenbildenden Momente an der transparenten Schwelle eines