Zu diesem BuchIch wollte Hannes Pohl wachrütteln, als unser kleiner Bus vor der Theater-werkstatt hielt Er hatte schon hinten in der Ecke gehockt, als wir Möbel, Re-quisiten und Kulissen im Anhänger verstaut hatten und einstiegen. Wir dach-ten, er schliefe. Als ich ihn nun rüttelte und sagte,rutschte er langsam von der Sitzbank und rollte auf die Seite. Er war blau imGesicht und hatte die Augen offen. Ich sah, daß er mit seinem eigenen Schlipserdrosselt worden war Mord im Milieu der kleinen Wanderbühne, in deren Ensemble einer den...
Zu diesem BuchIch wollte Hannes Pohl wachrütteln, als unser kleiner Bus vor der Theater-werkstatt hielt Er hatte schon hinten in der Ecke gehockt, als wir Möbel, Re-quisiten und Kulissen im Anhänger verstaut hatten und einstiegen. Wir dach-ten, er schliefe. Als ich ihn nun rüttelte und sagte,rutschte er langsam von der Sitzbank und rollte auf die Seite. Er war blau imGesicht und hatte die Augen offen. Ich sah, daß er mit seinem eigenen Schlipserdrosselt worden war Mord im Milieu der kleinen Wanderbühne, in deren Ensemble einer den an-deren kennt wie seine Westentasche? Mord in der Kleinstadt, wo jeder von je-dem alles weiß? Der Bühnenbildner Jost Ziball kann sich zwar nicht vorstellen,wer etwas gegen Hannes Pohl, den begabten und beliebten jungen Schauspieler,gehabt haben sollte, aber die Aufklärung des Verbrechens wird unter diesenUmständen sicherlich nicht lange auf sich warten lassen.Indessen stellt sich heraus, daß Menschen einander eben doch nicht immer sogut kennen, wie sie glauben, und allem Anschein nach kommt die Polizei nichtrecht weiter. Das könnte Ziball egal sein - wenn er nicht den Zettel mit deranonymen Drohung und der Telefonnummer gefunden hätte. Wenn er nichtselbst etwas von Polizeiarbeit verstünde. Wenn nicht der Tote sein Freund ge-wesen wäre Ziball will eigentlich gar nicht, aber plötzlich ertappt er sichdabei, wie er auf eigene Faust Ermittlungen anstellt. Ziball ist neugierig ge-worden. Aber es ist eine gefährliche Neugier.Hansjörg Martin, 1920 in Leipzig geboren, war ursprünglich Maler und Gra-phiker. Nach dem Krieg zuerst Clown, dann Journalist, Bühnenbildner, Drama-turg und Schriftsteller. In der Reihe der rororo-thriller erschienen von ihm be-reits Kein Schnaps für Tamara (Nr. 2086) - verfilmt von Hansjürgen PohlandEiner fehlt beim Kurkonzert (Nr. 2109), wonach ein Fernsehspiel entstand,Cordes ist nicht totzukriegen (Nr. 214.6), nach dem wieder ein Film gedrehtwird, und Meine schöne Mörderin (Nr. 2161). Weitere Romane des Autorssollen hier folgen.
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