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Eine Lebenshaltung, die sidi nur durch kühle Berech= nung, triebhafte Regungen oder irgendeine andere Form von Eigenliebe leiten ließ, stieß Pietro Monatti ab. Er verachtete instinktiv alle engherzige, erbärmliche Selbst= sucht und bewunderte ebenso instinktiv jedes großzügige Verhalten. Sein Widerwille gegen Ehrgeiz, Selbstherr= lichkeit und Eigennutz war das Ergebnis bitterer Erfah= rungen seit frühester Jugend. Er hatte im Laufe der Zeit tatsächlich die Überzeugung gewonnen, sein strenges, unbequemes Gewissen lasse es gar nicht zu, daß er je aus purem Eigennutz handeln könne. Selbst wenn er sich einmal dazu hinreißen ließe, würde er schließlich reuevoll auf jeden Vorteil verzichten. Er glaubte, daß er im Ge= gensatz zu den meisten Menschen, die sich nur von Be= rechnung und Vorsatz leiten lassen, von Natur aus zu Uneigennützigkeit, Redlichkeit, Nächstenhebe und ähn= liehen Tugenden neige.
Diese Entdeckung bildete den Abschluß einer langen Krise und stand, was noch bemerkenswerter war, am Be= ginn einer Reihe von Glücksfällen. Pietro war, nachdem er Klarheit über sich selbst und seinen Charakter gewon= nen hatte, zu jenem inneren Frieden gelangt, ohne den positive Arbeit und fruchtbringende Beziehungen zur Umwelt unmöglich sind.