Bővebb ismertető
EinleitungIch kann mich noch genau an den Tag erinnern, als wir - unsere ganze Familie und unsere Freunde - die enge Wendeltreppe in den Laden hinuntergingen. Für einige von uns war es das letzte Mal, daß sie das Treppengeländer in der geliebten Beje - so hieß unser Haus in der Barteljorisstraat - unter ihren Händen fühlten.Damals war mein Vater vierundachtzig Jahre alt, und seine Freunde hatten ihn oft gewarnt, daß er, wenn er weiterhin unter den Augen der Besatzung Juden in seinem Haus versteckte, eines Tages mit seiner Verhaftung rechnen müsse.Ich bin zu alt für das Gefängnis, antwortete Vater. Aber wenn es dazu kommen sollte, dann würde es mir eine Ehre sein, mein Leben für Gottes altes Volk, die Juden, hinzugeben.Vater lehnte sich schwer auf meinen Arm. Als wir an der großen friesischen Uhr vorbeigingen, bat er mich, die Gewichte hochzuziehen. Er konnte sich nicht vorstellen, daß die Uhr am nächsten Tag stehenbleiben könnte, daß da niemand mehr sein würde, nichts als Stille in diesem gerade noch so von Leben erfüllten fröhlichen Haus, und daß wir als Familie nie mehr in Vaters geliebter Beje mit ihren vielen Uhren leben würden.Fünfunddreißig Angehörige unserer Familie und Freunde wurden an jenem Tag durch die Smedestraat zur Polizeistation geführt. Dann kamen wir in einen großen Gymnastikraum und setzten uns dicht beieinander auf eine der Turnmatten, die auf dem Boden ausgebreitet lagen.In jener Nacht benutzte Gott unseren Vater, um uns auf eine ganz besondere Weise auf die unbekannten Zeiten, die vor uns lagen, vorzubereiten. Vater bat meinen Bruder Willem, den 91. Psalm vorzulesen:Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der schädlichen Pestilenz. Er wird