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Gedenkblatt
Georg Büclimann wurde geboren zu Berlin am 4. Januar des Jahres 1822. Er besuchte daselbst das Joachimsthalsche Gymnasium bis zum Jahre 1841, besonders gefördert durch die trefflichen Pädagogen August M e i n e k e und Ludwig Wiese, und er studierte, ebenfalls in Berlin, anfänglich Theologie, bald aber, angezogen durch B 0 e c k h und P a n o f k a, klassische Philologie und Archäologie bis zum Jahre 1844,
Durch die damals noch herrschende Hegeische Philosophie gewann er früh eine glänzende Dialektik. Die Jugendgenossen wissen von seiner Eedegewandtheit und von seinem schlagenden Witz zu berichten; doch trieb er keinen Missbrauch mit diesen Gaben, denn sein bester Freund aus jenen und späteren Tagen schreibt über ihn: „Mit der Freude an seinem Schaffen vereinte er die „anspruchsloseste Bescheidenheit. Streng gegen sich „selbst, war er liebevoll gegen Andere, anerkennend „und voll Wohlwollen. Nur der Lüge und hohlen Phrase, „oder der Unduldsamkeit gegenüber konnte er schroff „werden."
Nach Absolvierung der Universität nahm Büchmann in der Nähe von Warschau eine Hauslehrerstelle an, erlernte dort die polnische Sprache und erwarb sich im Oktober 1845 in Erlangen den philosophischen Doktorgrad
*) Zwei Freunde des verstorbenen Prof. Dr. Georg Büchmann, der Direktor der Berliner Gewerbeschule, Herr W. Gallen-kamp, und der Professor am Lichterfelder Kadettenhause, Herr Dr. Immanuel Schmidt, hatten die Güte, für obige Lebensskizze die Daten zu liefern.