Bővebb ismertető
^ Vorbemerkung
Täglich gebrauchen wir Redewendungen, Zitate, Sentenzen, Begriffe, von denen wir nicht wissen, wer sie einmal geprägt hat, woher sie kommen, welchem Sinnwandel sie unterlagen. Sie sind eben «geflügelt», sind in den Wort- und Sprachschatz einer breiten Bevölkerungsschicht aufgenommen worden. Dieses Buch befragt solche «geflügelten Worte» nach ihrer Herkunft und Bedeutung, ordnet sie in ihren geschichtlichen Zusammenhang ein und erklärt sie aus ihm. Es informiert über die Urheber populärer Zitate und Schlagworte oder über den Anlaß ihrer Entstehung. Es ist also ein Nachschlagewerk, zugleich aber eine Anthologie, ein Buch, das auch zum «Schmökern» einladen will. Was aber sind geflügelte Worte? Es sind seit ihrer Entstehungszeit noch heute im Deutschen weithin bekannte, beim Sprechen und Schreiben gebrauchte Zitate, Sentenzen, phraseologische Wendungen, Sprüche, Schlagworte, Begriffe, gleich welcher Sprache, welcher Literatur, Kultur, Geschichte sie entstammen. Es ist ein Wortgut, das aufgrund seiner prägnanten Form und der Eignung im übertragenen Sinne (bis zur Loslösung von der Ursprungsbedeutung) wie sprichwörtlich verwendbar ist, dessen Quellen (Autor oder historischer Ursprung) - im Unterschied zum Sprichwort - jedoch nachgewiesen werden können. 1864 veröffentlichte Georg Büchmann (1822-1884), angeregt durch ähnliche bereits in England und Frankreich erschienene Publikationen, sein sehr schnell berühmt gewordenes Buch «Geflügelte Worte. Zitatenschatz des deutschen Volkes», das schon 1882 (Ausgabe letzter Hand) seine 13. Auflage erlebte. Die «Geflügelten Worte» wurden noch im zitatenversessenen 19. Jh. zu einem Hausbuch bürgerlicher Bildung, in dem sich ein Stück deutscher Kulturgeschichte manifestiert. Es war bald so bekannt, daß der Name seines Verfassers selbst zu einem geflügelten Wort geworden ist, etwa in der Bedeutung, jemand sei ein überaus belesener Mensch, ein wandelndes Zitaten-Lexikon.
Die Veränderung der ursprünglichen Wortgestalt hielt Büchmann für ein untrügliches Zeichen dafür, daß ein Zitat geflügelt worden sei. Mit Recht : denn die Praxis des Zitierens unterliegt demselben Vorgang wie das Zersingen des Volksliedes. Aus dem Bedürfnis, den Wortlaut und den Sinngehalt eines Zitats eingängiger, mundgerechter, bequemer, pointierter und den eigenen Intentionen - politischen, polemischen, parodistischen - entsprechender zu formulieren, entstehen beim