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wo RAUCH IST, GIBT ES AUCH EIN FEUER
Der Morgennebel hatte sich gerade über der Themse gelichtet und zerstreut, da entdeckte man unter der Brücke der Schwarzen Brüder in London einen gut gekleideten Mann, der mit einem Strick um den Hals von einem Baugerüst hing. Es war der 17. Juni 1982. Die Armbanduhr des Mannes war stehen geblieben und zeigte 1.56 Uhr an.
Die englische Polizei ging zunächst von einem Selbstmord aus, womit sie treffsicher die unwahrscheinlichste aller in Frage kommenden Hypothesen wählte - der Mann hatte Ziegelsteine in seinen Taschen und trug 15000 US-Dollar in gebrauchten Scheinen bei sich. Rasch stellte sich heraus, dass der vermeintliche Selbstmörder kein Engländer, sondern italienischer Staatsbürger war, und zudem nicht irgendein Italiener, sondern der in diesen Tagen meistgesuchte. Für ein Interview mit diesem Mann hätten Journalisten ihre Seele verkauft.
Zu spät: Unter der Blackfriars Bridge hing der Leichnam des milliardenschweren Bankrotteurs Roberto Calvi, der wegen seiner engen Beziehungen zum Vatikan den Beinamen »Bankier Gottes« trug. Beim Abschied ein paar Tage zuvor hatte er seiner Tochter angedeutet, dass ein Papst zurücktreten müsse, wenn er aussagen würde. Und damit nicht genug, ließ er sie wissen: Selbst wenn die Priester den ganzen Petersdom verkauften, würde es doch nicht reichen, um der Finanzkrise zu entkommen, die aufgrund seiner Aussage über sie hereinbräche.