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EINLEITUNGUnser westindischer Postdampfer ging in einer tropisch grünen, von Palmen umsäumten Bucht vor Anker. Ein gev/altiger Gebirgsstock stieg von der Küste aus phantastisch und dräuend himmelan. Dunkle Dschungelwälder bedeckten die unteren Abhänge, darüber reckten sich nackte, blauschwarze Bergwände in die Wolken. Im Halbkreis der Bucht lag weit hingestreckt und von den Strahlen der untergehenden Sonne rötlich beleuchtet die Stadt Cap Haitién. Unser Dampfer war dem Ufer so nahe, daß die Merkmale der Landschaft deutlich zu erkennen waren. Dort standen inmitten moderner Gebäude die verödeten und halbverfallenen Herrensitze der französischen Kolonisatoren, die im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert die schwarzen Sklaven aus Afrika importierten und Haiti zur reichsten Kolonie der westlichen Hemisphäre machten.Dort zog sich am Ufer die gepflasterte Promenade hin, auf der die weißen Herren niedergemetzelt wurden, als sich die Schwarzen mit Feuer und Schwert gegen ihre Bedrücker erhoben.Dort ragten auch die Ruinen des Palastes, der für Pauline Bonaparte erbaut wurde, als Napoleon seinen Schwager mit einer kaiserlichen Armee nach Haiti sandte, um die rebellischen Sklaven wieder fügsam zu machen.Und auf einem Hügel hinter dem Kap erhob sich die gigantische Festung, die der schwarze Usurpator König Christophe baute, nachdem die kaiserliche Armee aufgerieben war und der letzte weiße Soldat den Boden Haitis verlassen hatte.7 I