Bővebb ismertető
Die Frage Wie wurde ich zu der Person, die ich bin?44 betrifft jeden ganz unmittelbar. Wenn man möglichst umfassend verstehen will, welche Bedingungen, Prozesse und Einflussfaktoren dazu beitragen, dass wir in der Interaktion mit unserer Umwelt zu einzigartigen Individuen werden, muss man das Panorama des gegenwártigen Wissens über die natürlichen und kulturellen Wurzeln menschlicher Individualitát aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Perspektiven betrachten. Alte Erklárungsmodelle, die Eigenschaften und Leistungsvermögen eines Menschen entweder auf das Erbgut oder auf Umwelteinflüsse zurückfuhrten, werden abgelöst durch neue Erkenntnisse über die Wechselwirkung dieser Faktorén. Doch wie genau resultiert der einzelne Mensch aus der Ko-Konstruktion von Geist, Gehirn, Genom und Gesellschaft? Die individuelle Architektur von Kognition, Affekt, Handeln lásst sich weder alléin aus der Neurobiologie noch alléin aus kulturellen Faktorén ableiten. Der menschliche Geist resultiert vielmehr aus dem Wechselspiel von Gehirn und Gesellschaft. Zudem müssen auch genetische Faktorén inkorporiert werden, deren Erforschung mit hoher Geschwindigkeit neue Erkenntnisse generiert, aber auch gánzlich neue Fragen aufwirft. Wir kennen die Sequenz des menschlichen Genoms, können Organismen neue Eigenschaften verleihen, beginnen Erbkrankheiten zu verstehen und können genetische Risikofaktoren fur verschiedene Arten von Krebs einschátzen. Die Ergebnisse der Epigenetik belegen auBerdem, dass die Auswahl der tatsáchlich exprimierten Gene durch unsere Umwelt verándert wird. Somit schafft das Netzwerk aus Geist, Gehirn, Genom und Gesellschaft Probleme und Möglichkeiten, deren Tragweite man momentán nur erahnen kann. Aber in seinem Kern stellt dieses Netzwerk mit neuen Erkenntnissen eine der áltesten Fragen der Menschheit: Wie wurde ich zu der Person, die ich bin? Die Leopoldina hat ihre Jahresversammlung 2013 dieser Frage gewidmet. Unter dem Motto Geist - Gehirn - Genom - Gesellschaft. Wie wurde ich zu der Person, die ich bin?44 habén vom 20. bis 22. September 2013 in Halle (Saale) hervorragende Vertreter der unterschiedlichsten Disziplinen aus Sicht ihrer Fachgebiete dargestellt, wie sich das Individuum aus dem Zusammenspiel von Geist, Gehirn, Genom und Gesellschaft entwickelt. Psychologen, Mediziner, Biologen, Sozialwissenschaftler, Philosophen und Historiker habén ihre Ergebnisse zu den Einflüssen des mütterlichen und váterlichen Genoms auf unser Gehirn, der Wirkung der Umwelt auf unsere Gene, der Frage nach dem freien Willen, der Computer-Simulation von Gefuhlsregungen, der Bildung im Lebenslauf und den vorgeburtlichen Prágungen des Gehirns erláutert. Der vorliegende Tagungsband enthált ausfuhrliche schriftliche Versionen fast aller auf der Jahresversammlung gehaltenen Vortráge.