Bővebb ismertető
Vorwort
Augustins Schrift De Spiritu et littera ist 412 als Sendschreiben an den hohen kaiserlichen Beamten Marcellinus ausgegangen. Das Büchlein ist eine Kampfschrift gegen die Pelagianer, in der Augustins Gnadenlehre wie in einem Brennspiegel aufgefangen ist. Die Absicht des Kirchenvaters liegt in der dogmatischen Klärung. Aber Augustin stützt sich dabei auf 2. Kor. 3, 6, und seine ganze Darlegung dreht sich um den Sinn dieser Stelle, um das Verhältnis von Gesetz und Evangelium, Altem und Neuem Bund. Daher haben die Reformatoren, Luther zuerst, diese kleine Schrift ungemein geschätzt und — Straßburg und Zürich gingen dabei voran — für ihre Verbreitung in deutscher Sprache gesorgt.
Die Schrift Augustins zeigt nicht nur die Größe, sondern auch die Grenze seines Verständnisses der freien Gnade. Aber diese Grenze karm uns nicht hindern, auch heute wieder, über anderthalb Jahrtausende hinweg, auf die Stimme des größten Lehrers der Alten Kirche zu hören und uns von ihm auf das Schriftzeugnis weisen zu lassen. Daher hat der vor Jahren verstorbene Pfarrer lic. Ernst Kochs auf meine Anregung die vorliegende Übersetzung geschaffen, die ich nach erneutem Vergleich mit dem Urtext hiermit der Öffentlichkeit übergebe.
Otto Weher
Göttingen, März 1962