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Das liebe Geld und seine besondere Faszination: Es lockt jeden und macht aus korrekten Familienvätern wilde Abenteurer. Warum mußten die Kaufleute im Mittelalter »homines duri«, »harte Männer« sein? Wie sind die Banken entstanden? Was bestimmte ihren Erfolg oder Mißerfolg?
Der Wirtschaftshistoriker Carlo M. Cipolla erzählt mit leisem schwarzem Humor Kuriositäten aus den Anfängen des europäischen Finanzwesens. Mit Heiterkeit erklärt er, wie Bankiers als Geldfälscher enden können oder: wie die Eitelkeit der türkischen Frauen eine kuriose Form der Inflation bewirkt.
Die Compagnia dei Bardi in Florenz war zu Beginn des 14. Jahrhunderts eine der mächtigsten und reichsten Handels- und Finanzgesellschaften ganz Europas, ja vielleicht sogar die mächtigste und reichste überhaupt. Um diese Zeit hatte die Bank zwischen 100 und 120 Angestellte, und zu ihren Kunden gehörten gekrönte Häupter und geistliche Würdenträger, Fürsten, Könige und Kardinäle. Der flo-rentinische Kaufmann und Chronist Giovanni Villani war gar der Überzeugung, daß die Bardi und die Pe-ruzzi, die andere mächtige florentinische Compagnia, »die tragenden Säulen der Christenheit« bildeten, und niemandem kam es in den Sinn, dem zu widersprechen.
Diesen glänzenden Ruf genossen die Bardi nicht nur, solange ihr Handels- und Finanzhaus existierte. Noch berühmter wurden sie vielmehr durch ihren Bankrott im Jahre 1346, weil, wie es in den Geschichtsbüchern heißt, die englische Krone ihre Schulden nicht zurückzahlte. Die Bardi selbst hätten vielleicht auf diese Art Nachruhm lieber verzichtet, aber dessen ungeachtet gelten sie bis heute als stolzes Beispiel für die welthistorische Bedeutung Italiens in dieser Zeit.
DIE COMPAGNIA DEI BARDI gehört einer ganzen bestimmten Epoche der Wirtschaftsgeschichte Italiens an. Im Frühen Mittelalter, das heißt etwa vom 7. bis 10. Jahrhundert, solange in Europa der Grundbesitz dominierte, gab es weder Bank- noch Handelskompanien. Gesellschaft und Wirtschaft waren einfach zu primitiv: Handel betrieben nur mercatores, die einzeln oder in Kaufmannszügen von einer Messe und einer Burg zur nächsten zogen, um eine Vielzahl von Waren feilzubieten: Luxus wie orientalische Stoffe, Elfenbeingegenstände und Schmuck; Waren des täglichen Bedarfs, vor allem Salz; aber auch Ungewöhnliches wie die - meist
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